-- [ Lady Ann ] -- [ 09.08.2014 - 26.01.2022 ] -- [ www.freietonne.de ] --


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01.01.20140/
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Lady Ann, mit Mann und Maus !

Unser Schiff:
Stahlverdränger: L/B/T 10,0m/3,3m/1,1 m
Durchfahrhöhen: 4,1m ü.A./2,9m Fensteroberkante: 2,45m minimum

Motor: Mercedes Diesel 62 PS
Getriebe: Velvet Borgwarth

Beiboot: Kleine Lady
Antrieb: Meistens die guten Ruderriemen. Zur Not ist aber auch der 2,5 PS Mercury AB standby.

Weitere Technik:
Für die 12V Stromversorgung stehen 3 Batteriebänke zur Verfügung (seit 2016):
Motor: 90Ah (galvanisch getrennt mit Trenndiode)
Bordstrom 1: 90Ah Blei/Säure wartungsfrei
Bordstrom 2: 110Ah Blei/Säure wartungsfrei (getrennt per Umschalter)
Einspeisung über LiMa und Solar, ganz selten 220V Ladegerät.

Gaswarnanlage, Einbruch-Alarmanlage.
Motorkühlung über Seewasser mit Auspuffkühlung.
Tanks: 200 l Kraftstoff/180 l Frischwasser.

Dazu der nautische Schnickschnack wie Echolot, Kompass usw.

Anmerkung zur Bordstromversorgung:
Das Konzept mit meinen ehemals hohen Bordstrom Akku-Kapazitäten (300-400Ah) hat sich nicht als effizient erwiesen. Hohe Anschaffungspreise der Akkus bei doch relativ geringen Standzeiten (4-6 Jahre) haben mich zum Umdenken gezwungen. Zum Saisonstart 2021 waren wieder mal 2 Akkus a 110 Ah platt (Zellenkurzschluss). Bei der erforderlichen Investition von gut 220 € habe ich mich entschieden, statt neue Akkus zu kaufen, die 18 Jahre alte 60 Watt Solarpanels gegen eine neu 100 Watt Monocristal Panel zu tauschen und die beiden Bordbänke kapazitiv auszudünnen. Für den Urlaub war ich mit 110 Ah (Bank 1) und 85 Ah (Bank 2) unterwegs und habe nie Probleme bekommen. Die Kostenersparnis, immerhin gut 150 € habe ich zusätzlich in 2 leistungsgerechte hypermoderne Ladegeräte mit 8 Ladestufen und IUoU Kennlinie investiert. Dabei hoffe ich, dass mir Zellenkurzschlüsse und ähnliches Ungemach zukünftig erspart bleiben. Die Ladegeräte sind jeweils mit 20A ausgelegt, so dass sie niemals an ihre Belastungsgrenze kommen.




Zur Innenausstattung gehört:
Kombüse mit 2 flam. Gasherd, Kühlschrank, Abwaschbecken und 4er Sitzgruppe.
Salon mit LED Fernseher (Satelitenempfang), Radio/CD/USB
Schlafkabine im Heck plus 2 Behelfsbetten in der Bugspitze
Toilette mit elektr. Spülung und Waschtisch
Gesamter Innenausbau aus Mahagoni- Echtholz
Leider verfügt unser Schiff immer noch über eine Gas-Katalyt-Heizung, da ich noch nicht dazu gekommen bin, die Truma-Umluftheizung einzubauen.

Zur Außenausstattung gehören:
2. Steuerstand, klappbarer Geräteträger (Edelstahl, Edelstahlreeling und Davids, Badeplattform, Sat-Schüssel, 100 W Solarpaneele, rundum Sicherheitsverglasung mit Alu-Rahmen (2007)

Der Liegeplatz ist seit diesem Frühjahr der Hafen des WS Friesland in Emden, wo wir uns bereits nach kürzester Zeit pudelwohl fühlen.

Und nun zur Crew:
In Freundeskreisen werde ich eigentlich nur Kaeptn Harry genannt.
Mein "Patent", den Sportbootführerschein Binnen und Buiten, habe ich seit den frühen 90er Jahren. Etwas später haben wir uns dann das erste Schiff zugelegt, die MS Reni. Im Jahr 2000 musste es dann der obligatorische "Ein Meter Länger" sein. Seit dem läuft die Lady Ann unter unserer Flagge.
Genau genommen ist meine Frau als Eignerin eingetragen und nicht nur deshalb ist sie, aller Orts kurz Reni genannt, mehr als 2. Steuermann.
Sie teilt meine Leidenschaft als Skipper ohne Einschränkung, ist oft sogar noch viel verrückter als ich. Das betrifft nicht nur die vergnüglichen Seiten der Freizeitschifffahrt, sondern gilt auch dann wenn es gilt, mit anzupacken, wie bei Renovierungsarbeiten, z.B. beim letzten Winterlager.

Über meine Hobbys und Interessen berichte ich im Übrigen auf meiner eigenen Website im Internet unter (k-h-o.de)

#Saisonstart 2014 [Klick hier]

#Törnbericht Emden - Berlin 2014 [Klick hier]

#Törnbericht Reise in die Vergangenheit 2016. Von Emden übers Ruhrgebiet, Rhein, Ijssel, zurück nach Emden. [Klick hier]


#Törnbericht Herbst 2021 Unterwegs in der Provinz Groningen [Klick hier]


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Datum km/
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09.08.201418/
2
Malchowsee nördl. Seite kurz vor der Drehbrücke. Steiger eines insolventen Hotels
L: 12°26'07", B: 53°28'42" | google-maps
17.62.30

Ist Wind aufgekommen und bläst direkt von der Müritz auf unsere Bucht. Der Anker hält jedoch. Trotzdem wird es ungemütlich und nach dem Frühstück (hmmm, der geräucherte Barsch war lecker) gehts weiter. Kommen ja noch einige große Seen (Kölpinsee, Fleesensee) wo die Überfahrt wegen der Wellen recht ruppig wurde. Kurz vor Malchow fängts an zu regnen.
Die Stadt macht optisch vom Wasser her einen guten Eindruck, ist auch noch ein schwarzer Fleck auf unserer Karte. Wäre ja schön, hier eine Liegemöglichkeit zu finden. Ich habe es bei meiner Frau gerade angesprochen da sehe ich an einer Reihe von Privatgrundstücken plötzlich einen Steg mit dem Banner "Herzlich Wilkommen". Ich denke, ein Versuch ist es wert. Anleger und auch das Grundstück macht einen verlassenen Eindruck. Wie ich später erfahren habe, gehört der Steg zum dahinter liegenden Hotel, was aber leider seit einiger Zeit insolvent und verlassen ist. Uns soll es recht sein. Wegjagen kann uns hier nur der Insolvenzverwalter.

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Datum km/
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km
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10.08.201463/
9
Elde-Müritz-Wasserstraße bei km 88 - Höhe Groß Pankow
L: 11°58'51", B: 53°23'25" | google-maps
45.16.423

Nachtrag zu Malchow.

Malchow zähle ich mal zu den Städten, wo der Bürgermeister gut aufgepasst hat, um Steuergelder vernünftig einzusetzen. Der gesamte Ort macht einen rundherum ordentlich und aufgeräumten Eindruck, ohne übermäßigen Prunk. Die Fassaden ansehnlich und bunt gestrichen. Was alt bleiben muss, wurde auch alt belassen, wie z.B. das grobe Kopfsteinpflaster in der Innenstadt. Kurzum, als Tourist kann man sich wohl fühlen. Wir sind dann auch abends zum Essen ausgegangen und wurden gleich von einer kleinen Gaststätte mit Restauration und Biergarten mit dem vielversprechendem Namen "Seeblick" angezogen. Ich mache nicht gerne öffentliche Werbung bzw. Antiwerbug für ein bestimmtes Lokal, aber hier muss ich was zu sagen. Der Biergarten, gut besucht, war bestückt mit einfachster Holzbestuhlung. Sitzkissen auf den Lattenstühlen fehlten. Eine mürrische Wirtin zeigte auf einen Tisch mit 3 Stühlen. "Ist der Letzte!" Okay wir brauchen ja auch nur 1 Tisch und 2 Stühlen. Die Gläser von den Gästen zuvor wurden dann auch bald abgeräumt und 2 Speisekarten auf die Speisereste geknallt, die noch von den Vorgängern auf dem Tisch klebten. Die Speisekarte begann mit einer Einleitung mit in etwa folgendem Inhalt:

Gaststätte seit 1991. Unsere Hotelfachazubis versuchen mit uns, typisch Mecklenburger Speisen zu zu bereiten. Darum bitten wir um etwas Geduld, wenn es schon mal etwas länger dauern sollte ???

Etwas Skepsis macht sich breit. Die Wirtin hatten wir in ihrem Holzverschlag mit Zapfanlage und Gläserspülbecken genau im Blick. Unser Köstritzer wurde gerade gezapft. Nein nicht gezapft sondern aus zuvor in mehreren Halbliter Gläsern vorgezapftes Gebräu zusammen gekippt, wobei sie immer wieder versucht, überschüssigen Schaum durch erneutem Umfüllen in andere Gläser wieder los zu werden. Irgendwann sah das, was uns am Tisch gebracht wurde, doch ganz ansehnlich aus, Kohlensäure war aber weitestgehend abhanden gekommen. Mein Appetit bewegte sich immer mehr gen 0. Trotzdem habe ich mich dann für Leber mit Zwiebelringen und Bratkartoffeln entschieden. Meine Hoffnung dabei, die zuständige Berufsschule wird ihren Lehrlingen sicherlich was sinnvolles beigebracht haben. Meine Bestellung ging allerdings ins Leere. "Bratkartoffeln sind leider aus". Ich war richtig erleichtert, denn eine Alternative wird es hier sicherlich nicht geben.
Meine Frau, hatte ihr Lust an ein leckeres Mahl bereits beim Hinsetzen auf die kalten Latten des Holzstuhls und den Blick auf den schmutzigen Tisch verloren und schaute mich dankbar an, als ich das Köstritzer bezahlte. Trinkgeld gab es hier nicht, wir wurden dafür auch nicht beim Verlassen des Lokals gegrüßt.

Zu Essen bekamen wir dann doch noch etwas ordentliches. Kurz vor der Drehbrücke gibt es einen Griechen mit erstaunlicher Speisekarte. Neben den üblichen griech. Gerichten werden Pizza, Pasta und etliche indische Gerichte angeboten. Kurz vor dem Betreten wurden wir von einem Einheimischen angesprochen. "Multikulti, würde ich nicht rein gehen. Direkt um die Ecke gibts ein sehr gutes Lokal mit meckl. Küche. Nennt sich Seeblick". Diese Aussage gab mir die letzte Sicherheit, dass wir bei dem Griechen nichts verkehrt machen können.
In der Tat, alles sauber, Bedienung sehr freundlich, Essen war klasse und auf den Gartenstühlen im Biergarten gab es Sitzkissen.


Morgens ging es dann wieder mal etwas später weiter. Insolvenzverwalter war nicht am Steg, also war das Liegegeld auch entsprechend günstig.
Es folgten noch der Plauer See und dann hinein in die Elde-Müritz Wasserstraße. Die Schleusen gehen hier, wie gesagt, alle Talwärts, teilweise sogar mit recht großer Fallhöhe. In Plaue am See und in Lübz mit Bedienung, sonst selbst bedient.

Kleine Geschichte noch zu Lübz, bzw. dem Kanal unterhalb der Schleuse.
Über mehrere Kilometer vernimmt man im Schilfgürtel Links und Rechts des Ufers ein ständiges Geklimper, wie bei einem Glockenspiel. War uns bereits vor 5 Jahren extrem aufgefallen. Ich hatte seinerzeit bereits recherchiert, woher das wohl kommt. Die Flaschen der Brauerei Lübz werden sicherlich nicht hier am Ufer gespült werden. Ein Bekannter, der mal in Parchim gewohnt hat, gab mir eine Erklärung, die zutreffen könnte.

Jährlich findet in Plaue das Seefest statt. Hunderte von Booten und andere Wasserfahrzeuge bringen ihre Feier freudige Besatzung zu dem Fest. Die Flaschen, die unterwegs geleert werden, wandern ins Wasser, treiben ins Schilf und verursachen an der Steinkante diese Geräusche.

Hört sich abenteuerlich an, ist aber erst mal nicht zu widerlegen, es sei denn, es handelt sich hier um einen Marketing Gag der Brauerei Lübz.




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Datum km/
h
Ort Entf.
km
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11.08.2014101/
14
Eldekanal vor der Schleuse Lewitz
L: 11°36'06", B: 53°25'07" | google-maps
38.44.80

Die Elde-Müritz-Wasserstraße schlängelt sich als kanalisiertes Flüsschen durch das Land. Im Grunde genommen, ich will nicht sagen langweilig, aber doch wenig spektakulär. Abwechslung brachten eigentlich nur die 3 Schleusen, aber das war wohl eher dem Zufall geschuldet.

Beginn in der Schleuse Neuburg mit einem Hamburger Skipper der mir erklären will, wie man am besten in einer Schleuse fest macht.

In der Schleuse Parchim passierte mir ähnliches mit der aufgeblasenen Tusse einer 14 m Yacht. Beide, die Frau und der Schiffsführer übrigens mit weiße Handschuhe beim Anlegen, was mit Seitenstrahlruder vorne und hinten auch so leidlich klappte.

Schleuse Garwitz, dieses Mal bekam meine Frau ihr Fett weg. "Sie müssen noch an dem blauen Hebel für die Schleusenbedienung ziehen", kam von der oberschlauen, brünetten Mitvierzigerin. War natürlich schon längst geschehen und mir stieg so langsam der Puls. Meine Entgegnung, das wir schon etwas länger unterwegs sind und die Sache kennen, bekam ich quittiert mit den Worten: "Wir sind schon viel länger unterwegs. 6 Wochen und waren schon in der Nord- und Ostsee." Auf meine Entgegnung "au fein, da können sie ihren Enkelkindern aber eine Menge erzählen, wenn sie wieder zu Hause sind", war Funkstille auf der anderen Seite.

Meine Vermutung, dass man nicht zwingend blond sein muss, um Blöd zu sein, bekam heute neue Nahrung.

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Datum km/
h
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km
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12.08.2014135/
19
Eldekanal unterhalb Schleuse Eldena
L: 11°25'36", B: 53°13'52" | google-maps
33.65.10

Eldekanal - hmmm, irgendwie kommt mir die ganze Fahrerei hier sympathischer vor. Eigentlich ist die Gewässerbeschaffenheit und auch das Umland ähnlich wie der Elde-Müritz-Kanal. Okay, die Knallköppe von gestern sind am Eldedreieck weiter Richtung Schwerin gefahren. So waren wir ganz alleine auf dem Wasser.

Direkt hinter der Schleuse Neustadt-Glewe besteht die Möglichkeit über Steuerbord in einen kleinen Seitenarm zu fahren. Für unser Abendmenü fehlen uns noch einige Zutaten und die Ortschaft liegt dicht bei, also "Blinker" raus und rechts ab. Am Ende des Seitenarms befindet sich der Sportboothafen Neustadt-Glewe . Den Hafen kennen wir bereits von unserer Tour von 2009. Wir waren jedoch überrascht. Es hat sich hier vieles verändert. Aus dem Schröttelhafen von damals ist eine schicke Marina geworden mit einem Service vom Allerfeinsten. Kein Wunder der Hafen ist 2013 von der Gemeinde neu ausgeschrieben worden und von neuen Besitzern übernommen worden. Die haben dann einiges in die Steganlage und Sanitäranlage investiert und achten offensichtlich darauf, dass alles so sauber und ordendlich bleibt. Die Chefin des Hafens kam gleich angelaufen, um uns beim Anlegen zu helfen. Auch als ich ihr verriet, nur zum Einkaufen bleiben zu wollen, verlor sie kein bisschen von ihrer Freundlichkeit. Normal bezahlen Kurzzeitlieger 3 €, aber nur zum Einkaufen konnten wir so bleiben. Dazu kamen die Tipps, welche Discounter wo zu finden sind, alles im Bereich von weniger als 1000 m. Zum Tanken stehen Kanister und 2 Bollerwagen zur Verfügung. Service, Sauberkeit und Freundlichkeit der Eigentümer alleine sind schon Grund, auch mal etwas länger zu bleiben. Wer das auch mal ausprobieren möchte hier ein Kartenausschnitt zur Orientierung.

Das Ortszentrum hat sich ebenfalls sehr zum Positiven geändert. 2009 noch die meisten Fassaden in einem schmuddelig grauen Rauputz, nun alles geschmackvoll gestrichen. Ein schickes Rathaus krönt den Ortskern. Das Neustädter Schloss und die mittelalterliche Wehrburg liegt direkt am Hafen.

Nach unserem Einkaufsbummel entschieden wir uns, die 3 € doch zu bezahlen und im Gegenzug die Duschen und die Restmüllentsorgung des Hafens zu nutzen. Duschen für 1 €, dazu pickfein sauber. Frisch geschniegelt und mit den besten Wünschen der Hafenmeisterin versehen ging es weiter.

Die nächste sehenswerte Stadt ist sicher die alte Fachwerkhausstadt Grabow. Kennen wir allerdings auch schon und somit fuhren wir dort gleich weiter, zumal die Eisdiele am Hafen nicht mehr gibt.

Während der gesamte Fahrt hat uns die Sonne wöhnt, war allerdings sehr windig und entsprechend kühl. Erst beim Anlegen in Eldena gab es Regen.

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
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13.08.2014202/
25
Elbe Bleckede Vereinshafen
L: 10°44'17", B: 53°17'28" | google-maps
66.86.470

Ich staune gerade selbst. 67 km in 6,4 Std., trotz 4 Schleusen, trotz Schleichfahrt auf dem Eldekanal. Die Elbe mit kräftig Schub von Achtern macht's möglich. Was mir nicht so gefällt, die Tanknadel zeigt mal wieder einen deutlichen Trend nach unten. Noch ärgerlich, lt. INet- Recherche waren die Dieselpreise in Bleckede gestern noch bei 129,9 Ct. Wir natürlich hin und siehe da, heute nicht unter 134,9 Ct. Die mussten gewusst haben, das wir noch kommen.

Dafür haben wir uns heute Abend ganz genüsslich am Fernseher angeschaut, wie der BvB den Bayern die Lederhosen ausgezogen hat. 2:0 zum Ende und die Bauern können sich nicht mal beklagen.
Der Himmel scheint auch ein Dortmunder zu sein. Zeigt uns zur Feier des Tages einen herrlichen Sonnenuntergang.

Morgen werden wir frühzeitig los, den die Elbe hinter Geestacht hat um kurz vor 10 Hochwasser. Spätestens um 11 wollen wir durch die Schleuse sein, um das ablaufende Wasser mit zu kriegen.

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
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14.08.2014276/
32
Hamburg City Hafen
L: 9°58'47", B: 53°32'36" | google-maps
74.67.20

Wie immer getrödelt und zu spät weg gekommen. Irgendwie habe ich die Strecke von Geesthacht bis Hamburg total unterschätzt. In meiner Erinnerung waren es so um die 20 km, in Wirklichkeit sind es aber 35 km. Bedeutet daher gut 1 Std. mehr Fahrzeit. Nach meiner ursprünglichen Berechnung hätten wir genau bei Niedrigwasser im City Hafen einlaufen müssen. Das heißt, die ganze Fahrt Strömung von hinten und beim Anlegen stehendes Wasser. Gerechnet habe ich richtig, nur die 15 km mehr bedeuteten, kurz vor den Elbbrücken (Einmündung der Bille) schlug der Tiedestrom bereits um. Bekanntlich ist der erste Schwall nach Niedrigwasser am stärksten. So brauchten wir für die letzten 4 km fast eine Stunde. Das Anlegen in dem engen Hafen hat dann aber trotz Strömung doch gut geklappt.
... und da liegen unsere Lady Ann nun gut vertäut und sicher

Heute Abend ist Reeperbahn mit Bierchen auf dem Kiez angesagt. Die Küche bleibt kalt.

Es gibt Fischbrötchen bei den Landungsbrücken.


Noch ein kleiner Hinweis zum Sportboothafen in Bleckede.
Für 12 € Liegegebühr ist Strom, Wasser, Dusche und Müllentsorgung incl. Die Stege sind zwar etwas klapperig, dafür liegt man dort aber trotzdem sehr ruhig. Sanitäreinrichtungen sind Top gepflegt und sauber. Dieseltankstelle ist vorhanden und mit5 bis 10 Ct. aufschlag zur Tanke an der Straße okay. Allerdings steht auch ein Bollerwagen zur Verfügung. Tanke in ca. 800 m

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
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15.08.2014276/
32
Hamburg City Hafen
L: 9°58'47", B: 53°32'36" | google-maps
000

Landgang in Hamburg.
Bereits gestern war der Kiez fällig, wurde doch recht spät, als wir wieder beim Schiff waren. An ein weiterfahren am nächsten Morgen war folglich nicht zu denken. Hochwasser ist so gegen 10 Uhr.
Heute ging es dafür zur Speicherstadt, zur Alster, zum Rathaus, dann weiter zum Michel und irgendwie sind wir wieder auf die Reeperbahn gestoßen.
Kein Witz, wir wollten bloß noch ein frisches Brot für das Wochenende kaufen. Ja nee, is klar, Brot kaufen auf der Reeperbahn. Haben wir da sogar gekriegt (gibt dort ein Penny Markt und Lidl). Beim Portugiesen noch ein paar Tapas und ein Bierchen und an den Landungsbrücken vorbei zurück zum Schiff.

Meine Füße waren Platt und wir fix und fertig. Um 19.30 Uhr ertönte ein mächtiges Schiffshorn von der Elbe rüber. Kann eigentlich nur der TUI Kreuzfahrtriese "Mein Schiff" sein, welches am Abend zuvor eingelaufen war.
Und tatsächlich. Der Koloss kam langsam aus dem Schatten der Philharmonie hervor.

Passend dazu ein kräftiger Regenbogen über dem Schiff, der dem Ganzen den richtigen Anstrich gab.

Unseren Plan, abends noch einmal zum Kiez zu gehen, haben wir dann verworfen. Fuß lahm ist der treffende Ausdruck dafür. Anderseits wollen wir pünktlich um 9.30 ablegen, um der recht ekeligen Querströmung im City Hafen aus dem Weg zu gehen. Mal schauen, ob wir die knapp 95 km bis Otterndorf, kurz vor der Elbemündung, in einem Rutsch schaffen.

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
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16.08.2014371/
42
Elbe Seglerhafen Otterndorf
L: 8°53'43", B: 53°49'33" | google-maps
94.71093

Pünktlich wie die Maurer in Hamburg abgelegt. Um halb Zehn, fahren die zahllosen Barkassen und Rundfahrtschiffe noch nicht und die Elbe ist erstaunlich ruhig, was sich im Fortlauf unserer Fahrt noch gravierend ändern sollte. Das aber später.

Ich bin ja nicht so der Tidenexperte und dem zur Folge ist es auch kein Wunder, dass ich mich mit der Routenplanung total vergaloppiert habe. Mein Plan, bei Hochwasser in Hamburg weg und in Otterndorf vor dem Niedrigwasser ankommen hatte sich in Höhe von Glückstadt, also gut 40 km vor Otterndorf bereits erledigt. Das Niedrigwasser war bereits erreicht und die Strömung schlug allmählich wieder um. Die Geschwindigkeit über Grund von vorher 13-14 km/h ging runter auf 5-6 km/h. Dazu kam ein recht heftiger Wind, der uns kräftige Wellen von vorn bescherte. Eine sehr ungemütliche Fahrt also.
Mein neuer Plan, eine Nacht in Brunsbüttel bleiben. Für die letzten 20 km brauchten wir fast 4 Std. und kamen so gegen 17.00 Uhr in der Marina Brunsbüttel an. Ein älterer Herr, den wir bereits im City Hafen Hamburg gesehen haben, wies uns darauf hin, dass das Wetter morgen noch schlechter wird. Er würde an unserer Stelle besser noch heute bis Otterndorf durchfahren, nötigenfalls auch gegen die Tide. Okay, einen weisen Rat eines Ortskundigen soll man nicht ausschlagen.
Eine Stunde Aufenthalt hier würde Sinn machen, denn irgendwo unterwegs würde die Strömung erneut umschlagen. In der Zwischenzeit noch eben 120 l Diesel besorgen (127,9 Ct.) und dann weiter.
Auch jetzt blies noch der kräftige Wind über die Elbmündung. Die Gegenströmung hatte aber schon etwas nach gelassen. Ein paar Km vor der Oste Einmündung Stand das Wasser und der letzte Rest ging dann wieder Bergab. Ziemlich fertig und durch gefroren haben wir um 21.00 Uhr in Otterndorf fest gemacht.

Obwohl die Fahrt eine Tortur war, hat es sich doch gelohnt. Neue Erfahrungen gesammelt, trotz schlechtem Wetter optisch einiges zu sehen bekommen und die im nahen Abstand vorbeifahrenden Ozeanriesen sind für einen richtigen Bootspeople auch ein Erlebnis.

Heute geht es zeitig zu Bett und gegen 10.00 Uhr soll die Schleuse befahrbar sein.

















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Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
17.08.2014411/
48
Bederkesa Geeste Kanal WSV Delphin Wehdel-Kürstedt
L: 8°49'18", B: 53°34'05" | google-maps
405.30

Die Durchfahrt durch die Schleuse Otterndorf mutet ein wenig abenteuerlich an. Man fährt praktisch durch eine Röhre durch den Elbdeich in die Schleusenkammer. Erinnert mich irgendwe an ein Rattenloch. Bei Hochwasser beträgt die Durchfahrtshöhe vielleicht 1,50 m. Dementsprechend muss das Wasser gut einen Meter ablaufen, um überhaupt genügend Platz nach oben zu bieten. Zu lange darf man aber auch nicht warten, denn dann reicht die Wassertiefe nicht mehr aus. Recht haarige Kiste aber der Schleusenwärter hat offensichtlich alles im Griff.

Wir haben die Durchfahrt auch geschafft und sind nun im Schifffahrtsweg Weser Elbe. Der besteht aus Hadelner Kanal, der Aue, dem Bederkesa-Geeste-Kanal und der Geeste und ist ca. 55 km lang, min. Durchfahrtshöhe übrigens 2,70 m. Das bedeutet für uns, Geräteträger flach legen, die oberen Scheiben abbauen und mit dem Flaggenstock aufpassen. ca. 4 km hinter Otterndorf sind die Brücken ca. 30 cm höher und die Scheiben können wieder drauf. Bei dem starken Wind und die Kälte, waren wir froh darüber.
Bei km 35 nochmal eine Schleuse zur Selbstbedienung. Die Technik scheint noch aus den 60er Jahren zu stammen und ist äußerst anfällig gegen unsachgemäße Bedienung. Ein falscher Knopfdruck und die gesamte Ablaufsteuerung tilt und muss erst wieder durch einen per Telefon herbei gerufenen Servicenotdienst entsperrt werden. Ist bei unserer Schleusung übrigens passiert.

Halt und festmache nach ca. 40 km beim Wassersportverein Delphin Wehdel e.V. Kürstedt. Ein sehr gepflegter und ruhiger Hafen mit außerordentlich sauberen Sanitäranlagen, dazu mit 70 Ct. pro Meter auch noch günstig. Das es im Umfeld keine Einkaufsmöglichkeiten gibt, stört uns nicht,
weil A. Sowieso Sonntag ist
und B. wir nichts brauchen.

(1821 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
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18.08.2014495/
57
Küstenkanal hinter der Schleuse Oldenburg
L: 8°12'40", B: 53°07'31" | google-maps
83.79.50

Absolutes sch... Wetter. Kalt, Regenschauer und stürmischer Wind, zerren an die Nerven. Die Bedienzeiten der nächsten beiden Schleusen sind stark von der Tide abhängig. Besonders die an der Geeste, kurz vor Bremerhaven. Bei zu wenig Wasser gibts Probleme mit dem Drempel, bei zu viel Wasser sind die Brückenpegel zu niedrig. Wir haben die Abfahrt so festgelegt, dass wir ca. eineinhalb Std. vor dem Niedrigwasser da sind. Und siehe da, alles passte. Allerdings mussten wir vor der Weser noch eine Stunde warten, bis die einsetzende Flut das Wasser hoch drückt. Im Nachhinein hätten wir mindestens noch eine halbe Stunde länger warten können. denn das auflaufende Wasser hatte noch nicht eingesetzt. Also Plan B, Tuckerfahrt mit etwas mehr als Standgas. Danach lief es allerdings wie geschmiert. 34 km Weser, danach 22 km Hunte, immer schön mit "Rückenwind". Das wir die gesamte Hunte hinter einem Berufsschiff her bummeln mussten, spielte keine Rolle. 1600 Touren, 10 km/h ist ja viel ökologischer.

In Oldenburg gibts an der Schleuse nur die Problematik, dass eine Stunde vor bis eine nach dem Niedrigwasser nicht geschleust wird. War in unserem Fall aber nicht relevant. Allerdings spielt hier wieder der Brückenpegel der Eisenbahnbrücke eine Rolle, wenn das Wasser schon zu hoch steht. Ist zwar eine Hebebrücke, aber auf Grund des starken Eisenbahnverkehrs sind meist längere Wartezeiten möglich. Aber was soll ich sagen, wir hatten mit gelegtem Geräteträger noch 5 cm Platz unter der Brücke und durften 800 m weiter gleich in die vorbereitete Schleuse einfahren.

Für morgen gibt's eine Planänderung. Werden bis nach dem Mittag in Oldenburg Landgang machen und dann sehen, dass wir am frühen Abend am Elisabethfehn Kanal sind. Von dort soll es am nächsten Morgen weiter gehen zur Leda und weiter Richtung Leer.

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
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19.08.2014524/
60
Elisabethfehnkanal ca. 400 m hinter der B401 Brücke
L: 7°49'24", B: 53°04'59" | google-maps
29.83.20

Verdammte Hacke! Wir haben, wie geplant, um 14.00 Uhr in Oldenburg abgelegt. Unterwegs habe ich dann mal in meinen Unterlagen gekramt und die Bedienzeiten der Schleusen und Brücken des EFK gefunden.
Mich traf beinah der Schlag.
MORGEN, ALSO MITTWOCH IST RUHETAG! Morgen also keine Schleusung!

Die Krönung dabei, ansonsten wird nicht nur, wie ich in Erinnerung hatte, um 7.30 Uhr geschleust, sondern noch ein zweites Mal um 12.00 Uhr. Hätten wir gestern also locker schaffen können. Es zeigt sich wieder, wer lese kann ist klar im Vorteil.
Hätte, hätte Fahrradkette, einen Faulenzertag, mitten in der Einöde muss ich nun auf meine Kappe nehmen.

Im Grunde auch egal. Wir sind schon mal in Ostfriesland und über die letzten 65 km bis zum Heimathafen brauchen wir uns keinen Kopf mehr zu machen.

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
20.08.2014536/
63
Elisabethfehnkanal E'fehn-Dreibrücken
L: 7°42'42", B: 53°09'11" | google-maps
11.32.50

Alle Aufregung umsonst. Mein Anruf früh Morgens beim zuständigen WSA in Meppen brachte folgende Info. "Alles Schnee von gestern, die Zeiten haben sich dieses Jahr wieder geändert. Es wird jeden Tag um 8.00 Uhr vom Küstenkanal Richtung Leda geschleust und Mittags in Gegenrichtung."

Okay, damit können wir wenigstens die Einöde hier ersparen.
Das der Schleusenwärter, der jeden Tag extra aus dem Emsland nach hier anreist, zufällig auch noch ein Angelkollege aus Dörpen ist, ist dann nur eine Randnotiz.
Ich vereinbarte mit ihm, nur bis nach Elisabethfehn-Dreibrücken zu fahren um dort einen Tag zu bleiben.

Diesen Tag haben wir genutzt, um uns dort das Moor- und Fehnmuseum an zu sehen. Dafür, das ich absolut kein Museumsgänger bin, hat sich dieser Besuch wirklich gelohnt. Eine wirklich spannende Sache, wie die Moore vor Tausend von Jahren entstanden sind, wie sie später urbar gemacht wurden und welch harten Bedingungen die Menschen um das 18. Jahrhundert dort gelebt haben.
Wer mal hier in der Nähe ist - UNBEDINGT ANSEHEN! .

Zum Abschluss haben wir uns in der "Teestube" noch ein Kännchen Friesentee mit Torte gegönnt.

Mal wieder ein gelungener Tag. :-)

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Datum km/
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Ort Entf.
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den
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21.08.2014582/
68
Emsseiten Kanal kurz hinter Oldersum
L: 7°19'31", B: 53°19'58" | google-maps
46.64.970

Pünktlich um 11.30 Uhr klopfte der Schleusenwärter an unser Fenster. "Wollt ihr mit Richtung Schleuse Osterhausen?"
Natürlich wollten wir. Maschine starten, Leinen los und wir konnten ablegen!

Nach 3,3 km war die Schleuse erreicht. Dahinter Tide Gebiet. Das benötigte Hochwasser war gerade erreicht. Läuft ja wie geschmiert. Bis Potshausen - Klappbrücke nach 6 km. Vorsichtshalber anrufen. Die Antwort, Mittagpause von 12 bis 3. In den Fahrunterlagen steht nichts davon Was soll der Scheiß denn? Dazu kommt, enges Fahrwasser, deftige Strömung von Achtern und kurz vor der Brücke lediglich 2 Holzdalben zum Festmachen. Klappt der erste Versuch nicht, wird man unwillkürlich vor die Brückenkonstruktion gedrückt. Viel Zeit für eine Entscheidung hatte ich nicht. Eine brutale Q-Wende, weit vor den Dalben, dann Rückwärts von der Strömung zurück drücken lassen und vorsichtig an die Dalben ran fahren. Hat letztlich gut geklappt.

In der ganzen Diskussion um den Fortbestand des Elisabethfehnkanal, stellt sich bei mir dann doch die Frage, zu was ein Kanal nützlich ist, wenn im Revier dahinter jegliche Infrastruktur fehlt. Wenn dazu auch noch Urlauber mit ihrem Schiff unnötig in Gefahr gebracht werden, hört bei mir jedes Verständnis auf.

Jedenfalls verlief der Rest der Fahrt bis Leer und weiter zur Schleuse Oldersum ohne Probleme. Der Schleusenwärter dort hatte nach meinem Anruf dort auf uns gewartet und 5 Min. später waren wir in heimischem Gewässer.



(1541 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
22.08.2014587/
69
WSF Emden
L: 7°13'29", B: 53°21'16" | google-maps
4.31.245

Der Blick Morgens vor die Tür verspricht uns Wettermäßig nichts Gutes. Windig, kühl und von der Sonne nichts zu sehen. Noch einen Tag, wie geplant, irgendwo in Hafennähe zu bleiben, macht kaum Sinn. Also ab zum Heimathafen. Dort gibt es sicherlich noch einiges zu bequatschen und so werden wir wohl morgen den Urlaub in aller Form beenden und nach Hause fahren.


Fazit: Es war eine sehr interessante Reise, aber auch anstrengend. Aber 6 Wochen sind nun auch genug.

Von der Technik her hat alles so funktioniert, wie es sein muss. Sehen wir mal vom Ausfall des Bordstromakkus ab, der aber auch seine Standzeit erfüllt hatte und sowieso in der nächsten Zeit fällig gewesen wäre.
Auch sonst gab es keine größeren Blessuren an Mensch und Maschine, was ja auch nicht immer so selbstverständlich ist. Lediglich bei einem Anleger einen winzigen Kratzer am Heck des Schiffes gefahren, der aber bereits weg poliert ist.
Beim Vertäuen des Schiffes meinte dann auch meine Frau:
"Kaeptn, das hast du gut gemacht!" Wobei es wohl klar ist, dass dies alles nur mit einer guten Crew möglich ist.

Gefahrene Kilometer: 1400
Betriebsstunden: 184
Diesel: ca. 700 l, was ich aber noch einmal überprüfen muss.

(1278 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
11.07.20161337/
228
WSF Emden
L: 7°13'29", B: 53°21'16" | google-maps
750158.8200
10.08.20214537/
822
WSF Emden
L: 7°13'29", B: 53°21'16" | google-maps
3200594.80

Hallo 5 Jahre am Logbuch nichts mehr gemacht.
Betriebsstunden und km sind natürlich weitergelaufen.
Anpassungen (geschätzte Werte)
Betriebsstunden 594.8 h
Kilometer 3200 km
Was ich in dieser Zeit an Kraftstoff verbraucht habe, lässt sich im nachhinein kaum noch ermitteln. Darum ist der errechnete und angezeigte Durchschnittsverbrauch auch nicht korrekt.


(404 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
11.09.20214537/
822
WSF Emden
L: 7°13'23", B: 53°21'10" | google-maps
00200

Endlich wieder Urlaub.
Das angekündigt schöne Spätherbst Wetter wollen wir für einen Zwei-Wochentörn nutzen. Viel Relaxen und ein wenig angeln.
Im Vorfeld hatte ich mich am vergangenen Weekend bereits ein wenig um die Schiffstechnik gekümmert. Konkret, die Schiffselektrik. In den Jahren ist vieles an Neuerungen/Verbesserungen dazu gekommen (Betonung auf dazu), ohne das Alte abzureißen. Historisch gewachsen, trifft es präzise. Bereits auf der Minus-Seite kamen etwa 7 Kilo Kabelschrott zusammen. Im Plus-Bereich noch Mal 4 Kilo dazu. (Von dem Altmetall Erlös werden wir in Groningen schick essen gehen). Vernünftig durchdachte Stromverteilerpunkte, Umsetzung diverser Schalter, Messanzeiger und Haupt-Sicherungen an strategisch besseren Orten wurden gleich mit erledigt. Das Beste, beim Einschalten des Bordstrom gab es keinen Feuerball, alles hat auf Anhieb funktioniert.

Jetzt sitzen wir auf dem Oberdeck, genießen die Sonne und warten auf das Hochwasser der Tideems. Der Scheitelpunkt am Sonntag ist bei der Seeschleuse Emden gegen 16.30 h vorhergesagt.


(1114 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
12.09.20214562/
828
Delfzijl-Eemkanal
L: 6°56'25", B: 53°19'04" | google-maps
2560

Nach ausgiebigen Frühstück und der gewohnten Klüngellei im Hafen stehen wir pünktlich nach Schleusenwärters Mittagspause um 13.30 h vor der Verbindungsschleuse. Die Passage, hier noch zügig.
2 km weiter an der Kesselschleuse mussten wir aber eineinhalb Stunden warten.

Der rote Siel in Emden sehr schön, aber man muss Zeit mitbringen

Für die um 16.00 h terminierte Schleusung der Nesselander Schleuse am Ende des Emder Seehafens erstmal kein Problem. Das eingeplante frisch gezapfte Köstritzer am Ratsdelft können wir aber aus Zeitgründen knicken. Was soll's, unser Bordkühlschrank ist mittlerweile auf Temperatur und das Bier holen wir dann am Etappenziel nach.
Bye bye Ratsdelft, bye bye Köstritzer

Exakt auf die Minute erreichen wir das Hochwasser des Dollard. Einmal mehr zeigt mir die Natur auf, dass ich immer noch nicht Tidentauglich bin. Der Scheitelpunkt des HW war bereits überschritten, trotzdem läuft das Wasser noch fast eine Stunde in die falsche Richtung. Hätten also doch noch Zeit für unser Bierchen gehabt.
Der Tidendruck hat aber schon merklich nachgelassen und so verlief die Fahrt doch recht schmerzfrei.
Die Delfzijler Seeschleuse empfängt uns mit einer sehr netten Schleusenmeisterin. Mein Gott, was eine sanfte Stimme am anderen Ende des Funks: "Kommen sie bitte zur kleinen Kammer, ich mache sie sofort bereit." Beim Erreichen des Vorhafens ging dann auch schon das Tor auf. So muss das. Keine 10 Min. später waren wir durch und hatten unseren passenden Wunschliegeplatz für die Nacht,

direkt unter der Bugspitze des Frachters Santa Maria. Hoffentlich passt der morgen früh beim Ablegen ein wenig auf.


(3255 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
13.09.20214570/
831
Schildmeer
L: 6°49'54", B: 53°14'24" | google-maps
82.50

Urlaub ist doch herrlich, auch wenn sich die Ziele in kleinem Radius befinden. Gut ausgeschlafen, das Wetter akzeptabel

und die knapp 8 km bis zum Schildmeer - satt und genug für heute. Der Spätsommer, bei gutem Wetter dürfte auch aller Skippers Traum sein. Kaum Boote auf dem Wasser und überall freie Liegeplätze. Ich werde mir gleich die Angelsachen schnappen und Reni wollte sich um den Rheinischen Sauerbraten kümmern. Kräftig angebraten und dann auf dem altniederländische Petrolium Stövchen ca. 20 Stunden ganz sachte köcheln lassen. Ich wollte, es wäre schon morgen.


(973 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
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stoff
14.09.20214570/
831
Schildmeer
L: 6°49'54", B: 53°14'24" | google-maps
000

Der gestrige Sonnenuntergang hat einen schönen nächsten Tag angekündigt.
Und so ist es auch gekommen. Frühstück auf dem Oberdeck (mit leichter Jacke).
Der Liegeplatz ohnehin ein Leckerbissen. Also keinen Grund, hier wegzufahren.

Der Sauerbraten im Topf blubbert ganz langsam vor sich hin und verströmt seinen ureigenen Geruch. Auch nach dem Frühstück weiß ich noch nicht, wie ich die Zeit bis zum Abendbrot überleben soll.
Habe aber schon mal unser Beiboot, die "Kleine Lady" klargemacht und werde später mal versuchen, einen Zander (niederl. Snookbaars) zu fangen. Vergangene Nacht war schon mal nichts dergleichen zu holen.

15.09.2021
Wenn es auch gestern nicht mehr mit dem Zander geklappt hat, habe ich das in der Nacht doch noch nachgeholt.

Ein Mords Zander liegt auf den Schuppen, ca. 10 Pfd. Für uns ergibt sich nun das Problem einer sinnvollen Verwertung. Der Zander ist sicherlich der leckerste Fisch überhaupt, aber mit 2 Personen ist er von der Menge her kaum zu schaffen. Das kleine Kühlfach unseres Bordkühlschranks reicht auch nicht. Mögliche Alternative wären neben ein oder zwei Tage Fischfilet noch vom Rest Fischfrikadellen zuzubereiten(ist eigentlich wie Perlen vor die Säue schmeißen). Ansonsten? - Wieder schwimmen lassen. Für Harry in der Regel aber keine Option.

Wir werden nach dem Mittag jedenfalls unseren schönen Liegeplatz verlassen und gen Appingendam weiterfahren. Es ist Wind aufgekommen und bläst vom See her genau auf unser Schiff. Die Wellen machen es hier jetzt ungemütlich.


(2735 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
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stoff
15.09.20214575/
832
Appingedam-Eendrachtbrug
L: 6°51'18", B: 53°19'04" | google-maps
510

Das kurze Stück über den kleinen Kanal "Grouwe" vom Schildmeer nach Appingedam ist ja ein Klacks. Allerdings muss man zuerst die kleine Drehbrücke passieren. Diese Brücke ist eine Selbstbedienbrücke. Die Crew benutzt dazu den Leihschlüssel der Provinz Groningen. und der Rest läuft nach Tastendruck elektrisch.

Dieser Schlüssel passt dann zu allen Brücken und Schleusen mit Crewbedienung und kann gegen ein Pfandgeld erstanden werden. Ein tolles System, woran man sich in Deutschland ein Beispiel nehmen kann. Hier wäre sicherlich ein Brückenbedienführerschein, mit Gesundheitszeugnis und Sehtest erforderlich. Ein Bezahlautomat käme dazu.

Auf halben Weg muss noch der ca. 2 m höhergelegene Eemkanaal überquert werden. Das geschieht mit Hilfe zweier Schleusen,

die wiederum von Leitstand "Post Appingedam" bedient wird. Rechtzeitig per Funk angemeldet, klappen die Schleusungen prima und in der Regel ohne Wartezeiten. Die Bediensteten der niederländischen Wasserwege kann man mit Fug und Recht als Freund des Skippers bezeichnen. In Deutschland prallt man bei dieser Berufsgruppe leider immer wieder auf kleine Herrgötter, die sich wichtiger sehen, als ein gut funktionierendes Wasserstraßennetz.

Wir liegen nun vor der Eendrachtbrug, direkt am Ortseingang von Appingedam, Liegegeldfrei. Wie immer erscheint irgendwann der Hafenmeister der Gemeinde und weist uns darauf hin, dass das Liegen hier eigentlich verboten ist, aber er mache bei uns mal eine Ausnahme.

Ein Borreltje (kleiner Schnaps) zählt sicher nicht als Bestechung


(2354 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
16.09.20214607/
836
Groningen-Oostersluis323.60

Die Fahrt über den Eemkanaal ist unspektakulär, eher langweilig.
Der kräftige und bisweilen kühle Wind mit entsprechender Kleidung zu ertragen.

Begegnung mit der Berufsschiffahrt bringt etwas Abwechslung

Schönes Lichtspiel mit den Umrissen von Groningen am Horizont

Um hier trotzdem noch etwas Text zusammen zu bekommen, kurz noch etwas zu Appingedam. Auch wenn diese Ortschaft recht klein und unbedeutend scheint, birgt sie doch 2 erwähnenswerte Punkte.
1. Hängende Küchen (niederl. Hangende Keukens)


Diese Sehenswürdigkeit entstand in der früheren Seehafenstadt, nachdem die alten an der Hafenkade stehenden Handels- und Lagerhäuser nicht mehr gebraucht wurden und zu Wohnhäuser umgebaut wurden. Um Platz dazu zu gewinnen, befestigte man zur Wasserseite eine Art Balkon, der mit Holz kompett verkleidet wurde. Dieser Zusatzraum wurde zur Küche umfunktioniert. Es war ja relativ einfach und damals durchaus üblich, Küchenabfälle einfach aus dem Fenster zu schmeißen und auch das Abwaschwasser mittels Fallrohr einfach in die Gracht abzuleiten. Ob der Ernährer der Familie den Speiseplan der Familie mittels angeln aus dem Küchenfenster bereichert hat, bleibt hier unbestätigt.
2. Brons Motoren
Die N.V. Appingedammer Bronsmotorenfabriek gilt als einer der Pioniere der Diesel Antriebstechnik für Industrie- und Schiffsmotoren. Das erste Patent zum Anfang des 19.Jhd. war ein Einzylinder 4-Takt Motor mit Vorkammereinspritzung. Irgendwo an die 18 PS, selbstverständlich langsamdrehend (Max. 300 U/min.). Diese Brons Motoren galten bei ordentlicher Wartung als unkaputtbar.
Leider geraten in der heutigen Zeit diese zu damaligen Zeite revolutionären Techniken immer mehr in Vergessenheit. 2004 wurde die Motoren Produktion eingestellt und die kleine Fabrik geschlossen, 2018 wurde auch das dafür eingerichtete Museum in der Werkshalle geschlossen.

Zurück zum Törnbericht.
Wir liegen die Nacht über im Vorhafen der Oostersluis sicher an der Kade und werden morgen noch einen kleinen Abstecher zum Groninger Wochenmarkt machen.


(3377 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
17.09.20214628/
838
Reitdiep Abzw. Aduarderdiep
L: 6°28'05", B: 53°19'12" | google-maps
212.70

Heute wollten wir eigentlich früh los. Marktbesuch in Groningen oder der schnelle Weg durch die Oostersluis waren zwei Alternativen, die ich mit meinem Maat zu klären hatte. Bis uns dann der Telefonanruf unserer Nachbarin erreichte. Eine ganz bittere Pille, denn unser Lieblingsnachbar Evert, seit vielen Jahren auch unser Homesitter, wenn wir auf Tour sind, ist heute früh plötzlich auf tragischer Weise verstorben. Auf dem Weg zum Arzttermin im Auto - Herzinfakt und binnen Sekunden tod. Dass er dabei noch gegen einen Baum geprallt ist, hat er laut Arzt schon nicht mehr gemerkt. Wir waren zwischenzeitlich schon geneigt dazu, den Urlaub abzubrechen. Nach Telefonkontakt mit den beiden Söhnen haben uns beide ermutigt, den Urlaub fortzusetzen, zumal die Beerdigung erst in 2 Wochen stattfindet.
Meine beste Ehefrau und ich wurden uns einig, dieses auch zu machen. Es wäre auch in Everts Sinn gewesen und das Grübeln bleibt uns hier oder Zuhause auch nicht erspart. Evert, wir werden dich und die Zeiten mit dir, oft bei einem kalten Bier im Garten, vermissen.

Weggekommen sind wir dann erst gegen 15.00 Uhr, via Oostersluis, Steeklenborgkanaal in das Reitdiep. Eigentlich wollten wir über das Boterdiep, durch Bedum (Wohn- und Geburtsort von Arien Robben) und Ondertendam nach Winsum. Nach ca. einem Kilometer mussten wir aber feststellen, dass gleich die erste Hebebrücke defekt und damit gesperrt ist. Passt alles irgendwie zum beschissenen Tag.


Hausbootidylle im Boterdiep bei Groningen

Die Route übers Reitdiep nach Winsum ist aber auch sehr schön zu befahren und vielleicht steht zur Rückfahrt in knapp einer Woche diese defekte Brücke wieder zur Verfügung.

Unser heutiger Liegeplatz

Das Reitdiep, obwohl im Grunde nur ein recht kleiner Kanal, ist ein Bestandteil der " Staande Mastroute ", einem Fahrweg, der es erlaubt, auch größere Segelboote mit stehendem Mast von der Ems bis zum Ijsselmeer und dann weiter nach Den Helder oder nach Vlissingen in Zeeland unter Land zu fahren, statt über die Nordsee.



Die maximale Durchfahrthöhe beträgt wegen einiger Oberleitungen immerhin satte 29,5 m.
In Deutschland gibt es den Begriff "Stehende Mast Route" nicht, da hier strikt nach See- und Binnenwasserstraße unterschieden wird. Bis zur ersten Höheneinschränkung durch Brücken fährt man von der See kommend immer auf einer Seewasserstraße, danach auf Binnengewässer.

18.09.2021
Nachts einen guten Aal überlistet. Eine Weiterfahrt haben wir für diesen Tag ausgeschlossen. Auch wenn das Wetter nicht ganz so dolle ist (windig und kühl) wollen wir noch bleiben. Vor unserem Boot hat ein kleines schnuckliges Bötchen festgemacht. Schon der Motorklang, ein ganz langsames Tuckern (geschätzt 200 Touren) eines winzigen Einzylinder Diesels, hat es uns angetan. Ach ich liebe dieses Pöt---Pöt---Pöt. Richtig erstaunt war ich über die Crew, genau genommen bestand sie aus einer netten Dame, die ganz alleine unterwegs war. Wir waren uns sofort symphatisch und es lief auf einen munteren Klönschnack hinaus, zweisprachig, versteht sich (sie niederländisch, ich deutsch). Sie erklärte uns, dass sie dieses Kleine Boot vergangenes Jahr zu den Keerstage (Weihnachten) gekauft hat, ohne jede Skippererfahrungen, und nun endlich ihren 3 wöchigen Urlaub darauf genießen möchte. Streßabbau vom Berufsalltag(arbeitet in der Gesundheits-/Altenpflege) durch Botjefahren, lange schlafen, etwas in der Natur wandelen und abends mal een lekker Beertje. Eine wahrlich gute Idee, wie ich finde, zumal sie sich auch bei ihrem etwas wackeligen Anlegemanöver überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lies.

19.09.2021
Der Tag hat sich mit einem schönen Sonnenuntergang verabschiedet
Die Kanonen im Hintergrund haben wir nicht als Bedrohung gesehen

Der nächste Morgen mit einem ebenso spektakulären Sonnenaufgang, der noch mal einen richtig warmen Spätsommertag eingeläutet hat

Unsere Stegnachbarin berichtet mir, dass sie am Morgen Wasser im Boot hatte, ca. 100 Liter, die sie mit einem Eimerchen erstmal rausgeschöpft hat. Auch diese kleine Havarie hinterließ keinen größeren Eindruck bei ihr und ihrer guten Laune. Meine angebotene Hilfe lächelte sie weg: "Ik probeer mijn monteur te bellen. Hij woont hier vlakbij en misschien komt hij wel langs."
Okay, ich musste mir also keine Sorgen machen und sie war, ausgerüstet mit Sonnenhut und leichtem Rucksack, für die nächsten Stunden weg zum wandern.
In der Tat war der Monteur dann am frühen Abend da und hat eine Leckage am Seewasser Kühlsystem beseitigt.


(7641 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
20.09.20214634/
839
Winsumer Diep-Marenland Camping
L: 6°30'34", B: 53°19'55" | google-maps
61.20

Es geht weiter für uns. Pflichtprogramm, der Yachthafen "Campingplatz-Marenland" bei Winsum. Kleines Stück Reiterdiep, Abzweig über Steuerbord in das Winsumer Diep, mit kleiner Selbstbedienungsschleuse.


Pflichtprogramm, aus folgendem Grund:
1. Duschen,
wird mal wieder Zeit und alternativ in den Bachspringen? Hmmm, etwas schrötteliges Wasser und arschkalt.

2. Akkus aufladen,
in den letzten Tagen ohne viel Motorlaufzeit (Lichtmaschine) und nur sporadisch sonniges Wetter (Photovoiltaik) sind die beiden Bordstrom Akkus doch etwas in die Knie gegangen.

Der Campingplatz incl. Sanitär sehr gepflegt. Er liegt auch sehr günstig am Ortseingang, mit Einkaufsmöglichkeiten um die Ecke.
Das Meisje in der Rezeption kann noch so lieb sein, aber der Preis für eine Übernachtung incl. Strom, Dusche etc. ist mit 20 Euro doch sehr happig und schließt einen Wiederbesuch praktisch aus.

Unser anderes Meisje, die Stegnachbarin der letzten beiden Tage hatte bereits kurz vor uns abgelegt. Nach herzlicher Verabschiedung und entsprechendem winke-winke tuckerte sie von dannen, auf zu neuen Abenteuern. Vielleicht (sicher) sieht man sich mal wieder, denn sie wohnt gleich um die Ecke in Groningen.


Aktuell sitzen wir auf dem Oberdeck bei einem Glas Wein und genießen den Vollmond am klaren Himmel. Für die 20 € Liegegeld lassen sich die Campingplatzbesitzer also wirklich nicht lumpen. :-)


(2601 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
21.09.20214636/
840
Winsum-Dorf Ostkante
L: 6°31'08", B: 53°19'57" | google-maps
2.20.70

Wieder einmal ein Trödeltage. Es treibt uns ja keiner. Bis 9 geschlafen, lange gefrühstückt, INet und Logbuch abgearbeitet und dann noch bootschappe doen (einkaufen). Aldi direkt um die Ecke.

Für's Logbuch konnte ich endlich noch fehlende Fotos hochladen, da der Camping WIFI incl. anbietet.

Nachdem nun auch die Frischwassertanks aufgefüllt sind, legen wir ab und nehmen die Richtung durch das Dorf.

Eine tolle Grachtenfahrt, vorbei an die alten Ziegelhäusern mit den gepflegten Wassergrundstücken

Am Ostrand des Dorfes machen wir fest für die kommende Nacht. Ich brauche etwas Zeit für die Zubereitung des Abendessen. Es gibt was Thailändisches aus der Pann.




(2600 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
22.09.20214643/
843
Reiterdiep
L: 6°28'51", B: 53°19'21" | google-maps
72.81

Die Nacht haben 2 dicke Aale gebracht, tolles Ergebnis bei nur 2 Angeln. Trotzdem gehts heute weiter. Die Rundtour über Winsum, Ondertendam und Bedum können wir für dieses Jahr knicken. Die Hebebrücke in Bedum ist immer noch defekt und die Durchfahrt daher nicht möglich. Unser Besuch bei Arijen Robben hatte sich ohnehin erledigt, weil er mittlerweile statt in Bedum in einem schicken Gutshaus in Groningen wohnt. Was solls, dann fahren wir halt die gleiche Strecke wieder zurück.

Wir haben Zeit genug und nur wenige Kilometer zu fahren. Darum bei noch einmal schönem Frühherbstwetter in gemütlicher Tuckerfahrt zurück durchs Dorf Winsum.



Morgen soll es Sturm geben, sagt meine Frau. Manchmal höre ich auch auf sie, darum keine Kompromisse beim Liegeplatz. Im Reiterdiep bei Strecken-km 17,5 einen sicheren Liegeplatz gefunden.


(1969 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
23.09.20214656/
845
Groningen-Stadkade
L: 6°33'32", B: 53°13'05" | google-maps
13.21.90

Die Tatsache, dass gegen Morgen kräftig Wind aufgekommen ist, mag auf unsere nautischen Bedingungen relativ wenig Einfluss haben. Dass aber mein Maat in ihrer Wetterprognose einmal recht behalten hat, auf unsere zukünftigen Törns um so mehr. Meine Argumente, "was du immer hast" sind weggepustet worden, wie die Blätter am Baume.

Aber egal, mit entsprechender Wetterkleidung ging es dieses mal von der Nordseite auf Groningen zu. Diese Strecke sind wir in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr gefahren. Um so mehr waren wir überrascht von dem maritimen Flair des Noorderhavens, mit seinen vielen Wohnschiffen, eigentlich ein kleines Dorf für sich.
Wir nähern uns der Innenstadt Groningens

Der Noorderhaven vor uns, wir müssen rechts ab

Direkt beim Noorderhaven zweigen wir über Steuerbord ab in die "A", einen kleinen Kanal durch die Stadt, ganz dicht bei der Innenstadt und dem Fischmarkt. An der Kade an Backbord war noch ein Plätzchen frei.


Kurze Absprache mit dem Hafendienst und wir hatten unseren Liegeplatz. Das wir 13,25 € dafür berappen mussten, war nebensächlich. Wir hatten den idealen Ausgangspunkt für unser fest geplantes Abendessen. Wohin es gehen wird, bleibt erstmal offen, ist aber ob der kulinarischen Vielfalt, die Groningen zu bieten hat, keine leichte Entscheidung. Wir gehen einfach mal drauf los.

24.09.2021 (Nachtrag zum gestrigen Abend)
Im Leben steht man oft vor der Entscheidung, wie oder wo der Weg weitergeht. Die Entscheidung für das ultimative Restaurant für mein Geburtstagsessen gehört ein bisschen weit auch dazu, wobei die Konsequenzen letztlich nur momentane Folgen haben. Wir haben den frühen Abend jedenfalls genutzt und uns von der kulinarischen Vielfalt inspirieren lassen. Nach einigem Suchen standen wir jedenfalls vor dem Restaurant Olympia. Grieche, wie der Name schon sagt. Aber das Bauchgefühl war bei meiner Frau und bei mir da. Komischerweise ist dieses Lokal bei meiner INet Recherche nirgends aufgetaucht. Beim Grieche waren wir schon seit ewigen Zeiten nicht mehr, also hinein. Vom freundlichen Personal zu einem der letzten freien Tische begleitet, kam sofort Zufriedenheit auf. Nach dem obligatorischen Ouzo (aufs Haus)war unser Menü schnell zusammengestellt. Meine Frau Suflaki (wie immer beim Griechen), hier allerdings mit 3 verschiedenen Sorten Fleisch am Spieß, dazu Gyros, ich Bifteki mit Gyros, alles incl. Gemüse, Salat, gegrillte Kartoffelscheiben, Reis und Tzatziki, versteht sich. Um alles ein wenig abzukürzen, das Essen war 'ne Wucht. Toll gewürzt, zartes Fleisch, die richtige Menge, alles passte perfekt. Darauf mussten wir uns noch den einen oder anderen Ouzo genehmigen und es wurde mal wieder spät.


Entsprechend sind wir heute morgen auch nicht aus der Koje gekommen. Halb Elf, aber kein bisschen Kopfschmerzen. Der Ouzo muss wohl ein Guter gewesen sein. Die Frage zum Frühstücksplan hat sich von selbst beantwortet. Wir gehen auf dem Markt und schlagen uns da durch. Backfisch, anschließend pittige Kipballen (sehr leckere kleine Hähnchenklopse, gegrillt) und zum Abschluss noch eine süße Stropwaffel, dazu frisch gepresster O-Saft. Die flamse Friet mit Majo haben wir uns gespart. Es ging nichts mehr rein.
Der Kollege war gestern abend nicht mit von der Partie

Nun sind wir wieder an Bord und überlegen, wo wir heute noch hinwollen. Gut möglich, dass wir noch einen Tag hier bleiben.

25.09.2021
Wir sind in der Tat immer noch hier. Das maritime Flair in diesem doch recht engen Kanal ist einfach einmalig.
Die "Staande Mastroute" wird hier kräftig genutzt

Die Hafenmeisterin kam mit ihrem Fahrrad gestern abend übrigens nicht mehr zum kassieren vorbei. Möglicherweise hatte sie ja meinen Vorschlag vom Vortag aufgenommen, dass der Radweg auf der anderen Seite der Häuserfront auch sehr schön ist. Wir riskieren nun alles und begeben uns vor unserer Weiterfahrt noch einmal zum Vismarkt.

(6762 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
25.09.20214660/
847
Groningen-Windschoterdiep/Sweedsehaven
L: 6°35'48", B: 53°13'04" | google-maps
4.51.70

In niederländischen Geschäften sieht man häufig folgende Angebote, "Aktie, twee halen - een betalen". Wir haben auch für zwei Übernachtungen eine bezahlt. Nicht schlecht Herr Specht. Dafür waren wir auf dem Markt noch tätig und haben von dort noch eine Tasche mit Obst, Paprika, eine geräucherte Makrele und gegrillte Hähnchenflügel zum Boot geschleppt. Jetzt wird's aber Zeit zur Weiterfahrt, wollen unseren Kredit ja nicht überstrapazieren. Über Funk (VHF 9) den Brückendienst verständigt und die haben uns dann die letzten beiden Brücken der A geöffnet.



Die Südroute in Groningen hat ein Brückenprofil von 3 m, was für uns, mit gelegten Geräteträger passt.
Bei 3 m Durchfahrhöhe heißt es "Kopf einziehen"





Jetzt liegen wir vor den Toren Groningens im Sweedsehaven, sehr ruhig und sicher. Und die absolute Krönung, hier haben wir einen offenen und stabilen WIFI, vermutlich vom gegenüberliegenden Ruderverein "GSR Aegir". Das bedeutet, dass wir unserem BVB beim Kick heute Abend gegen die kleine Borussia per Stream zuschauen dürfen.

26.09.2021
Zum Urlaubsende gibt das Wetter noch mal alles. Morgens strahlender Sonnenschein mit sehr angenehmen Temperaturen. Da schmeckt der Frühstückssekt (dieses Mal mit frischen Erdbeeren) auf dem Oberdeck doch am besten.
Trotzdem geht es heute zurück bis in die Nähe von Delfzijl, denn für die Dollard Überfahrt hat uns der Tidekalender das benötigte Niedrigwasser für 10.30 Uhr angesagt.

(3451 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
26.09.20214680/
849
Eemkanaal-Grouvesluis Süd
L: 6°50'44", B: 53°18'15" | google-maps
19.220

Gewohnt locker haben wir nach 2 Std. die Wasserstraßenkreuzung Eemkanal/Grouve erreicht. Kaeptn Harry hatte die geniale Idee, einfach mal den Schleusendienst der Grouvesluis Nord/Süd anzufunken, um möglicherweise eine Liegeerlaubnis zu bekommen. Hier liegt man doch wesendlich ruhiger, als Im Vorhafen von Delfzijl, direkt vor der Schleusenbrücke.
Die Wartesteiger sind natürlich, wie der Name auch sagt, nur für die vor der Schleuse wartende Schiffe gedacht. Im vergangenem Sommer hatten wir hier auch schon mal eine Absage bekommen. Nun war die Zeit aber günstig. Nachsaison, dazu eine Stunde vor Dienstende, da müsste doch was gehen.

"Is het een probleem om voor de Zuidsluis aan te meren voor de nacht? We willen morgenochtend bij laag water de zeesluis van Delfzijl gebruiken."

Cheffe am anderen Ende des Funks "Okee, hou je vast aan de achterkant van de stijger."

Das ging aber problemlos. "Dank u wel en nog een prettige avond, meneer".

Ich mag diese Holländer.


Weder Terroranschlag, noch militärische Attacke, nein die Sonne veabschiedet sich für den wohl letzten Abend auf der Lady Ann in diesem Jahr

27.09.2021
Das Timing passt. Gestern Abend hat uns der Kühlschrank mit den Tickern der Piezo-Zündung angezeigt, dass die Gasflasche leer ist (kein heißer Kaffee zum Frühstück - geschenkt). Es hat Nachts geregnet und ist heute diesig und extrem kühl. Und Morgens früh um 7 sind wir unsanft durch vorbeifahrende Frachtschiffe aus unseren Träumen gerissen worden. Schwall und Wellen haben doch kräftig an den Seilen gezehrt. Die damit gemachte Erfahrung schließt also eine zukünftige Übernachtung hier aus. Ich sehe es als eine positive Erfahrung, man muss es sich nur richtig zurechtlegen.
Ich mache noch einen kurzen Motorcheck und wir legen ab.


(2686 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
27.09.20214711/
851
Emden Heimathafen312.90


Ohne Zwischenfälle haben wir unseren Heimathafen erreicht. Die beiden Seeschleusen in Delfzijl und Emden konnten wir ohne Wartezeiten passieren. Die Tide auf dem Dollard brachte uns 2 bis 2,5 kn Rückenwind, was unserer Lady Ann zu einer Spitzengeschwindigkeit bis zu 15 km/h animierte.

Insgesamt wurden auf unserem Herbsttörn 175 km zurückgelegt, die Maschine stand 29 h unter Dampf. An Diesel dürften ca. 70 l verbraucht sein, was etwa 2,5 l/h bedeutet. Bei der meist gemächlichen Fahrt keine große Überraschung.

Technische Probleme gab es keine, selbst kleinste Kratzer am Rumpf sind ausgeblieben.

Rundherum ein gelungener Urlaub, der gerne wiederholt werden darf.



(761 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff

sichtbar:

(Ø: 5.5 km/h, 0.8 kg/h, 0.1 kg/km)


4710.6

851.4

702

über alles:

(Ø: 1.5 km/h, 0.4 kg/h, 0.3 kg/km)


5729.3

3834

1444


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