-- [ Lady Ann ] -- [ 23.09.2021 - 07.10.2022 ] -- [ www.freietonne.de ] --


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01.01.20140/
0
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Lady Ann, mit Mann und Maus !

Unser Schiff:
Stahlverdränger: L/B/T 10,0m/3,3m/1,1 m
Durchfahrhöhen: 4,1m ü.A./2,9m Fensteroberkante: 2,45m minimum

Motor: Mercedes Diesel 62 PS
Getriebe: Velvet Borgwarth

Beiboot: Kleine Lady
Antrieb: Meistens die guten Ruderriemen. Zur Not ist aber auch der 2,5 PS Mercury AB standby.

Weitere Technik:
Für die 12V Stromversorgung stehen 3 Batteriebänke zur Verfügung (seit 2016):
Motor: 90Ah (galvanisch getrennt mit Trenndiode)
Bordstrom 1: 90Ah Blei/Säure wartungsfrei
Bordstrom 2: 110Ah Blei/Säure wartungsfrei (getrennt per Umschalter)
Einspeisung über LiMa und Solar, ganz selten 220V Ladegerät.

Gaswarnanlage, Einbruch-Alarmanlage.
Motorkühlung über Seewasser mit Auspuffkühlung.
Tanks: 200 l Kraftstoff/180 l Frischwasser.

Dazu der nautische Schnickschnack wie Echolot, Kompass usw.

Anmerkung zur Bordstromversorgung:
Das Konzept mit meinen ehemals hohen Bordstrom Akku-Kapazitäten (300-400Ah) hat sich nicht als effizient erwiesen. Hohe Anschaffungspreise der Akkus bei doch relativ geringen Standzeiten (4-6 Jahre) haben mich zum Umdenken gezwungen. Zum Saisonstart 2021 waren wieder mal 2 Akkus a 110 Ah platt (Zellenkurzschluss). Bei der erforderlichen Investition von gut 220 € habe ich mich entschieden, statt neue Akkus zu kaufen, die 18 Jahre alte 60 Watt Solarpanels gegen eine neu 100 Watt Monocristal Panel zu tauschen und die beiden Bordbänke kapazitiv auszudünnen. Für den Urlaub war ich mit 110 Ah (Bank 1) und 85 Ah (Bank 2) unterwegs und habe nie Probleme bekommen. Die Kostenersparnis, immerhin gut 150 € habe ich zusätzlich in 2 leistungsgerechte hypermoderne Ladegeräte mit 8 Ladestufen und IUoU Kennlinie investiert. Dabei hoffe ich, dass mir Zellenkurzschlüsse und ähnliches Ungemach zukünftig erspart bleiben. Die Ladegeräte sind jeweils mit 20A ausgelegt, so dass sie niemals an ihre Belastungsgrenze kommen.




Zur Innenausstattung gehört:
Kombüse mit 2 flam. Gasherd, Kühlschrank, Abwaschbecken und 4er Sitzgruppe.
Salon mit LED Fernseher (Satelitenempfang), Radio/CD/USB
Schlafkabine im Heck plus 2 Behelfsbetten in der Bugspitze
Toilette mit elektr. Spülung und Waschtisch
Gesamter Innenausbau aus Mahagoni- Echtholz
Leider verfügt unser Schiff immer noch über eine Gas-Katalyt-Heizung, da ich noch nicht dazu gekommen bin, die Truma-Umluftheizung einzubauen.

Zur Außenausstattung gehören:
2. Steuerstand, klappbarer Geräteträger (Edelstahl, Edelstahlreeling und Davids, Badeplattform, Sat-Schüssel, 100 W Solarpaneele, rundum Sicherheitsverglasung mit Alu-Rahmen (2007)

Der Liegeplatz ist seit diesem Frühjahr der Hafen des WS Friesland in Emden, wo wir uns bereits nach kürzester Zeit pudelwohl fühlen.

Und nun zur Crew:
In Freundeskreisen werde ich eigentlich nur Kaeptn Harry genannt.
Mein "Patent", den Sportbootführerschein Binnen und Buiten, habe ich seit den frühen 90er Jahren. Etwas später haben wir uns dann das erste Schiff zugelegt, die MS Reni. Im Jahr 2000 musste es dann der obligatorische "Ein Meter Länger" sein. Seit dem läuft die Lady Ann unter unserer Flagge.
Genau genommen ist meine Frau als Eignerin eingetragen und nicht nur deshalb ist sie, aller Orts kurz Reni genannt, mehr als 2. Steuermann.
Sie teilt meine Leidenschaft als Skipper ohne Einschränkung, ist oft sogar noch viel verrückter als ich. Das betrifft nicht nur die vergnüglichen Seiten der Freizeitschifffahrt, sondern gilt auch dann wenn es gilt, mit anzupacken, wie bei Renovierungsarbeiten, z.B. beim letzten Winterlager.

Über meine Hobbys und Interessen berichte ich im Übrigen auf meiner eigenen Website im Internet unter (k-h-o.de)

#Saisonstart 2014 [Klick hier]

#Törnbericht Emden - Berlin 2014 [Klick hier]

#Törnbericht Reise in die Vergangenheit 2016. Von Emden übers Ruhrgebiet, Rhein, Ijssel, zurück nach Emden. [Klick hier]

#Törnbericht Herbst 2021 Unterwegs in der Provinz Groningen [Klick hier]


#Törnbericht Sommer 2022 Zu Zeiten des Spritpreis Wahnsinns führt die Kompassnadel ihr Eigenleben [Klick hier]




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Datum km/
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23.09.202113/
2
Groningen-Stadkade
L: 6°33'32", B: 53°13'05" | google-maps
13.21.90

Die Tatsache, dass gegen Morgen kräftig Wind aufgekommen ist, mag auf unsere nautischen Bedingungen relativ wenig Einfluss haben. Dass aber mein Maat in ihrer Wetterprognose einmal recht behalten hat, auf unsere zukünftigen Törns um so mehr. Meine Argumente, "was du immer hast" sind weggepustet worden, wie die Blätter am Baume.

Aber egal, mit entsprechender Wetterkleidung ging es dieses mal von der Nordseite auf Groningen zu. Diese Strecke sind wir in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr gefahren. Um so mehr waren wir überrascht von dem maritimen Flair des Noorderhavens, mit seinen vielen Wohnschiffen, eigentlich ein kleines Dorf für sich.
Wir nähern uns der Innenstadt Groningens

Der Noorderhaven vor uns, wir müssen rechts ab

Direkt beim Noorderhaven zweigen wir über Steuerbord ab in die "A", einen kleinen Kanal durch die Stadt, ganz dicht bei der Innenstadt und dem Fischmarkt. An der Kade an Backbord war noch ein Plätzchen frei.


Kurze Absprache mit dem Hafendienst und wir hatten unseren Liegeplatz. Das wir 13,25 € dafür berappen mussten, war nebensächlich. Wir hatten den idealen Ausgangspunkt für unser fest geplantes Abendessen. Wohin es gehen wird, bleibt erstmal offen, ist aber ob der kulinarischen Vielfalt, die Groningen zu bieten hat, keine leichte Entscheidung. Wir gehen einfach mal drauf los.

24.09.2021 (Nachtrag zum gestrigen Abend)
Im Leben steht man oft vor der Entscheidung, wie oder wo der Weg weitergeht. Die Entscheidung für das ultimative Restaurant für mein Geburtstagsessen gehört ein bisschen weit auch dazu, wobei die Konsequenzen letztlich nur momentane Folgen haben. Wir haben den frühen Abend jedenfalls genutzt und uns von der kulinarischen Vielfalt inspirieren lassen. Nach einigem Suchen standen wir jedenfalls vor dem Restaurant Olympia. Grieche, wie der Name schon sagt. Aber das Bauchgefühl war bei meiner Frau und bei mir da. Komischerweise ist dieses Lokal bei meiner INet Recherche nirgends aufgetaucht. Beim Grieche waren wir schon seit ewigen Zeiten nicht mehr, also hinein. Vom freundlichen Personal zu einem der letzten freien Tische begleitet, kam sofort Zufriedenheit auf. Nach dem obligatorischen Ouzo (aufs Haus)war unser Menü schnell zusammengestellt. Meine Frau Suflaki (wie immer beim Griechen), hier allerdings mit 3 verschiedenen Sorten Fleisch am Spieß, dazu Gyros, ich Bifteki mit Gyros, alles incl. Gemüse, Salat, gegrillte Kartoffelscheiben, Reis und Tzatziki, versteht sich. Um alles ein wenig abzukürzen, das Essen war 'ne Wucht. Toll gewürzt, zartes Fleisch, die richtige Menge, alles passte perfekt. Darauf mussten wir uns noch den einen oder anderen Ouzo genehmigen und es wurde mal wieder spät.


Entsprechend sind wir heute morgen auch nicht aus der Koje gekommen. Halb Elf, aber kein bisschen Kopfschmerzen. Der Ouzo muss wohl ein Guter gewesen sein. Die Frage zum Frühstücksplan hat sich von selbst beantwortet. Wir gehen auf dem Markt und schlagen uns da durch. Backfisch, anschließend pittige Kipballen (sehr leckere kleine Hähnchenfleischklopse, gegrillt und mit feuerscharfen Sauce) und zum Abschluss noch eine süße Stropwaffel, dazu frisch gepresster O-Saft. Die flamse Friet mit Majo haben wir uns gespart. Es ging nichts mehr rein.
Der Kollege war gestern abend nicht mit von der Partie

Nun sind wir wieder an Bord und überlegen, wo wir heute noch hinwollen. Gut möglich, dass wir noch einen Tag hier bleiben.

25.09.2021
Wir sind in der Tat immer noch hier. Das maritime Flair in diesem doch recht engen Kanal ist einfach einmalig.
Die "Staande Mastroute" wird hier kräftig genutzt

Die Hafenmeisterin kam mit ihrem Fahrrad gestern abend übrigens nicht mehr zum kassieren vorbei. Möglicherweise hatte sie ja meinen Vorschlag vom Vortag aufgenommen, dass der Radweg auf der anderen Seite der Häuserfront auch sehr schön ist. Wir riskieren nun alles und begeben uns vor unserer Weiterfahrt noch einmal zum Vismarkt.

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Datum km/
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Ort Entf.
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25.09.202118/
4
Groningen-Windschoterdiep/Sweedsehaven
L: 6°35'48", B: 53°13'04" | google-maps
4.51.70

In niederländischen Geschäften sieht man häufig folgende Angebote, "Aktie, twee halen - een betalen". Wir haben auch für zwei Übernachtungen eine bezahlt. Nicht schlecht Herr Specht. Dafür waren wir auf dem Markt noch tätig und haben von dort noch eine Tasche mit Obst, Paprika, eine geräucherte Makrele und gegrillte Hähnchenflügel zum Boot geschleppt. Jetzt wird's aber Zeit zur Weiterfahrt, wollen unseren Kredit ja nicht überstrapazieren. Über Funk (VHF 9) den Brückendienst verständigt und die haben uns dann die letzten beiden Brücken der A geöffnet.



Die Südroute in Groningen hat ein Brückenprofil von 3 m, was für uns, mit gelegten Geräteträger passt.
Bei 3 m Durchfahrhöhe heißt es "Kopf einziehen"





Jetzt liegen wir vor den Toren Groningens im Sweedsehaven, sehr ruhig und sicher. Und die absolute Krönung, hier haben wir einen offenen und stabilen WIFI, vermutlich vom gegenüberliegenden Ruderverein "GSR Aegir". Das bedeutet, dass wir unserem BVB beim Kick heute Abend gegen die kleine Borussia per Stream zuschauen dürfen.

26.09.2021
Zum Urlaubsende gibt das Wetter noch mal alles. Morgens strahlender Sonnenschein mit sehr angenehmen Temperaturen. Da schmeckt der Frühstückssekt (dieses Mal mit frischen Erdbeeren) auf dem Oberdeck doch am besten.
Trotzdem geht es heute zurück bis in die Nähe von Delfzijl, denn für die Dollard Überfahrt hat uns der Tidekalender das benötigte Niedrigwasser für 10.30 Uhr angesagt.

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Datum km/
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Ort Entf.
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26.09.202137/
6
Eemkanaal-Grouvesluis Süd
L: 6°50'44", B: 53°18'15" | google-maps
19.220

Gewohnt locker haben wir nach 2 Std. die Wasserstraßenkreuzung Eemkanal/Grouve erreicht. Kaeptn Harry hatte die geniale Idee, einfach mal den Schleusendienst der Grouvesluis Nord/Süd anzufunken, um möglicherweise eine Liegeerlaubnis zu bekommen. Hier liegt man doch wesendlich ruhiger, als Im Vorhafen von Delfzijl, direkt vor der Schleusenbrücke.
Die Wartesteiger sind natürlich, wie der Name auch sagt, nur für die vor der Schleuse wartende Schiffe gedacht. Im vergangenem Sommer hatten wir hier auch schon mal eine Absage bekommen. Nun war die Zeit aber günstig. Nachsaison, dazu eine Stunde vor Dienstende, da müsste doch was gehen.

"Is het een probleem om voor de Zuidsluis aan te meren voor de nacht? We willen morgenochtend bij laag water de zeesluis van Delfzijl gebruiken."

Cheffe am anderen Ende des Funks "Okee, hou je vast aan de achterkant van de stijger."

Das ging aber problemlos. "Dank u wel en nog een prettige avond, meneer".

Ich mag diese Holländer.


Weder Terroranschlag, noch militärische Attacke, nein die Sonne veabschiedet sich für den wohl letzten Abend auf der Lady Ann in diesem Jahr

27.09.2021
Das Timing passt. Gestern Abend hat uns der Kühlschrank mit den Tickern der Piezo-Zündung angezeigt, dass die Gasflasche leer ist (kein heißer Kaffee zum Frühstück - geschenkt). Es hat Nachts geregnet und ist heute diesig und extrem kühl. Und Morgens früh um 7 sind wir unsanft durch vorbeifahrende Frachtschiffe aus unseren Träumen gerissen worden. Schwall und Wellen haben doch kräftig an den Seilen gezehrt. Die damit gemachte Erfahrung schließt also eine zukünftige Übernachtung hier aus. Ich sehe es als eine positive Erfahrung, man muss es sich nur richtig zurechtlegen.
Ich mache noch einen kurzen Motorcheck und wir legen ab.


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Datum km/
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Ort Entf.
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27.09.202168/
9
Emden Heimathafen312.90


Ohne Zwischenfälle haben wir unseren Heimathafen erreicht. Die beiden Seeschleusen in Delfzijl und Emden konnten wir ohne Wartezeiten passieren. Die Tide auf dem Dollard brachte uns 2 bis 2,5 kn Rückenwind, was unserer Lady Ann zu einer Spitzengeschwindigkeit bis zu 15 km/h animierte.

Insgesamt wurden auf unserem Herbsttörn 175 km zurückgelegt, die Maschine stand 29 h unter Dampf. An Diesel dürften ca. 70 l verbraucht sein, was etwa 2,5 l/h bedeutet. Bei der meist gemächlichen Fahrt keine große Überraschung.

Technische Probleme gab es keine, selbst kleinste Kratzer am Rumpf sind ausgeblieben.

Rundherum ein gelungener Urlaub, der gerne wiederholt werden darf.



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Datum km/
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Ort Entf.
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04.06.202284/
13
WSF Emden
L: 7°13'23", B: 53°21'10" | google-maps
16490

Unglaublich, aber die neue Saison hat begonnen. Aber nach den Unwirren der letzten Wochen (Corona, Ukraine, Energiekosten) für mich keine Selbstverständlichkeit. Das es nicht nur mir so ergeht, sehe ich in unserem Hafen. Heute am 04.Juni wurden die letzten beiden Boote aus unserer großen Bootshalle zu Wasser gelassen. In mehr als 50 Jahren Vereinsgeschichte gab es das wohl noch nie.

Auf unser Skipper Leben hatte dieser Umstand allerdings enorme Bedeutung. Wir müssten mit unserem Boot in die Halle.
Es war wieder Mal große Revision abgesagt. Unterwasser-Schiff, dazu Erneuern der inneren Wellenabdichtung und Erneuerung der Dichtung der Welle zum Ruderblatt. Letztere beiden Maßnahmen waren lediglich Vorsorgemaßnahmen.
Ach ja, der Rumpf oberhalb der Wasserlinie sollte noch mal neu lackiert werden. Der Hempel Lack von vor 2 Jahren ist nie so richtig durchgehärtet (warum auch immer).
Unsere Zeitvorgabe, eine Woche Hallenstandzeit.
Das kann nur mit einem guten Team funktionieren. Mein Maat (und Ehefrau) und ich genießen aber in unserem Verein den besten Ruf und so gesehen sind wir zuversichtlich, das es klappt.

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Datum km/
h
Ort Entf.
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11.06.202284/
13
WSF Emden
L: 7°13'23", B: 53°21'10" | google-maps
000

Erfreulicherweise könnten wir unseren Plansoll nicht nur einhalten, sondern sogar um einen Tag reduzieren. Donnerstag Abend war der Lack am Rumpf trocken, die Lackierung ist sogar gnadenlos gut geworden. Alle anderen Arbeiten gingen reibungslos von statten. Ein weiterer Grund, wir konnten direkt auf dem Slipwagen arbeiten, was uns das seitliche verücken unserer 9,5 to schweren Lady Ann erspart hat. Ein weiterer Vorteil, für den Stapellauf sind nur drei Mann nötig und die waren erfreulicherweise am Freitag morgen vor Ort.
Auch der Stapellauf selbst, ohne Probleme. So könnten wir Nachmittags noch alles aufräumen, die Halle säubern und waren am Abend zwar geschafft aber glücklich wieder Zuhause.

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Datum km/
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Ort Entf.
km
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23.06.202284/
14
WSF Emden
L: 7°13'23", B: 53°21'10" | google-maps
010


23.06.- 24.06.22
Alle häuslichen Termine und Arbeiten (incl. Garten) sind erledigt. Wir können nach Emden zum Boot. Einige kleine Restarbeiten wären vor dem Urlaubsstart noch zu erledigen, aber
leider spielt das Wetter nun nicht mehr mit. Drückende Hitze, ab und an ein Gewitter, da gibt es besseres als Arbeiten. Zumindest die beiden nigel-nagel-neuen Abdeckungen der Backskisten sind drauf.

Für Montag morgen habe ich noch in Leer einen Arzttermin beim Dermatologen. Es spricht eigentlich nichts dagegen sich mit dem Boot dorthin zu begeben. Die Arztpraxis liegt vom Leeraner Binnenhaven nur ein paar Gehminuten entfernt. Auch praktisch, nach dem Termin könnten wir das Boot nach Bollingerfähr heimatnahe verholfen und hätten alle Zeit der Welt um die Lady Ann urlaubsklar zu machen.


25.06.2022
Ablegen in Emden 16:50 h
Schleuse Borssum 17:00 h
Nessellander Seeschleuse 18:00 h
Praktisch exakte Punktlandung zu unser benötigten auflaufenden Tide.
Zweieinhalb Stunden später haben wir die Leda und damit die Seeschleuse Leer erreicht. Das die Bedienzeit bereits abgelaufen war, wußten wir schon vorher. Übernachten am Wartesteiger in der gurgelnden Tideströmung der Leda.
Besser, noch zusätzlich einen Vor- und Achterspring legen.

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
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26.06.2022124/
18
Stadtmarina Leer4040

Die Nacht war nicht der Brüller. Das am Bootsrumpf gurgelnden Geräusch der enormen Tideströmung war unüberhörbar. Dazu eine einzige Drecksfliege, die permanent meine Nase als Landeplatz auserkoren hat. Als ich sie gegen 7:00 h endlich gefangen und geschlachtet hatte, war die Nacht praktisch rum.
Die Schleusentore der Seeschleuse machen für Sportboote nur um 8:00 und 10:00 morgens auf und irgendwann nochmals Abends. Anmeldung über UHF 13, halbe Stunde Schleusung und wir waren gegen neun im Innenhafen von Leer. An der Hebebrücke in Höhe des Museumshafen hat uns schon der ausgesprochen nette Hafenmeister begrüßt. Liegeplatz an der Kade, könnten wir uns aussuchen. Ein pickfeines und geschütztes Plätzchen an der Flaniermeile der Stadtmarina, direkt bei der Altstadt.
Das Hafengeld wollte er sich im Laufe des Tages holen.
Jetzt, wo ich den Bericht schreibe ist es nach 23 Uhr und den Hafenmeister habe ich nur zwei, drei Mal mit seinem Rad vorbeiflitzen gesehen. Bezahlen? Noch keine Chance.
Anderseits, ohne Ticket einfach so verschwinden, geht auf Grund der Hebebrücke ohnehin nicht.

Sonntag 27.06.2022 Backup zum Aufenthalt im Leeraner Hafen
Heute kam der Hafenmeister mal kurz auf seinem Fahrrad vorbei. Ich erzählte ihm von meinem Arzttermin und das es danach weiter geht Richtung Herbrum.
Er zog seinen Zettel aus der Hosentasche, was gleichbedeutend mit dem Tidenplan ist.
Das nächste Niedrigwasser wäre dann gegen 20:00 Uhr. Bedeutet, Ankunft Herbrum 22:00 Uhr und unser Ziel Bollingerfähr wäre nicht vor 23:00 Uhr zu erreichen.
Hafenmeisters weiser Vorschlag, "bleibt bis Dienstag, ich lasse euch um 8:45 Uhr aus der Stadt, der Schleusenwärter hält die Seeschleuse bereit und spätestens um 9:30 Uhr seit ihr bei Nedrigwasser auf der Leda."
Der Vorschlag klang einleuchtend. Wir hatten noch einen weiteren Tag im wunderschönen Leer und die Fahrt streßfrei mit mächtig Gezeitenstrom von Achtern.
Bezahlen (Hafengebühr)?
"Machen wir morgen früh."


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Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
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28.06.2022162/
22
DEK Schleuse Bollingerfähr
L: 7°21'10", B: 52°26'04" | google-maps
3840

Pünktlich um 8:30 Uhr war der Hafenmeister bei unserem Schiff. Hafenformalitäten abgewickelt, herzlich verabschiedet und alles klar zur Weiterfahrt.
Während des Ablegens hat er bereits die Klappbrücke geöffnet und mit maritimen Gruß ging es am Museumshafen vorbei Richtung Seeschleuse.

Ein kurzes Fazit noch zur Stadt Leer. Die Altstadt rund ums Hafenviertel ist ohnehin eine Augenweide. Wir haben 2 mal sehr gut und zu sehr moderaten Preisen gespeist. Das eine oder andere Bierchen getrunken. Ach ja und im ("Haus Hamburg") ein top Fischbrötchen gegessen. Einfach, preiswert, aber lecker, so auf die Hand zum Mitnehmen.

Unser Türöffner zum Fischbrötchen das Schild am Eingang: "Ein Leben ohne Fischbrötchen ist möglich, aber sinnlos!"

Ansonsten verlief die Fahrt bis Herbrum bei herrlichsten Wetter und entsprechendem Wasserdruck von hinten reibungslos. Der Schleusenmeister begrüßte uns bei der Anmeldung über UHF 22 mit den Worten: "Bis du es, Harry?"
Ein Angelkumpel aus meinem Dorf. Klein ist die Welt und für mich beste Verhandlungsposition für einen Liegeplatz im Schleusevorhafen Bollingerfähr.


29.06.-01.07.2022
3 Nächte haben wir nun im Unterwasser der Schleuse Bollingerfähr gelegen. Bei dem warmen Sommerwetter ist der Aufenthalt tagsüber nahezu unerträglich. Da wir ja praktisch eineinhalb Meter tiefer, praktisch durch den Schutzdeich in einem Loch liegen, weht hier auch kaum ein Lüftchen. Weise Idee, wir ziehen um in den Wehrarm, bleiben aber im Unterwasser.


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Datum km/
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Ort Entf.
km
Stun
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01.07.2022163/
22
DEK Wehrarm Bollingerfähr10.70

Eine ganz andere Hausnummer hier. Nicht nur absolute Ruhe, sondern sogar soviel Wind auf dem Oberdeck, sodass wir die Frontscheiben wieder aufstellen konnten. Hier kriegt uns vorläufig keiner mehr weg.
Ich denke, wir bleiben hier knapp eine Woche und können ganz nebenbei Restgartenarbeiten, Übergabe an unseren Homesitter und noch einige Kleinigkeiten am Boot erledigen.

04.-05.07.2022
Unser Dorfclub (frisch gebackener Kreisklassenmeister) startet am 04.07. mit dem traditionellen Sommerturnier. Eröffnungsspiel macht unsere 2. Mannschaft gegen ein Team aus dem Nachbardorf. 5:1 in dem Derby, dazu Bier, Bratwurst und Klönschnack mit unseren Freunden und Bekannten.
Morgen werden wir noch mal hin, wenn unsere Erste spielt.
Am Wasser habe ich übrigens schon 2 dicke Aale gefangen. 1,1 und 0,5 kg.

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
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09.07.2022236/
31
KK Oldenburg Schleuse
L: 8°13'01", B: 53°07'26" | google-maps
739.1102


Edit: 08.07.2022

Endlich geht es los. Die letzten Pieselotten sind an Bord. Der Tank ist voll, das Auto gegen die Klappräder ausgetauscht und damit sind wir reiseklar.
Gestern Abend haben sich an Bord noch Mal dramatische Zustände abgespielt. Mein USB Surfstick fürs Lapi war an Bord nicht auffindbar, wobei ich schwören könnte, daß er niemals das Schiff verlassen hat. Im Laptop Koffer war auch nix, also morgens vor dem Ablegen noch mal nach Hause.
Lösung? Ich hatte mir vor 2 Jahren noch eine Laptop Tasche gekauft, um zwingend nur noch die notwendigen Assesoires mitzunehmen. Leider hatte ich das zwischenzeitlich vergessen. Also Stick rausgenommen und zurück an Bord.

Motor Starten und weg vom Ort des Grauens.
Die Strecke über den Küstenkanal nach Oldenburg ist genauso öde, wie mit dem Auto über die B401.

Da passt es nahezu ins Bild, daß wir etwa auf halben Weg bemerken, daß das Ladekabel unserer Handfunke auch nicht auffindbar ist. Na klar, ist auch zu Hause in der Laptop Tasche. Bin halt ein ordnungsliebender Mensch. Mit etwas Glück bekommen wir bei MediaMarkt passenden Ersatz.

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
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09.07.2022238/
32
Stadthafen Oldenburg
L: 8°13'20", B: 53°08'24" | google-maps
1.80.80

Gestern Abend noch einem poln. Angler kennen gelernt, der sich hinter unserem Boot gemütlich gemacht hat. Neben den Vorzügen der beiden ehemaligen BVB Fußballer Kuba Blasczikowski und Lukaš Piszcek hatten wir viele ähnliche Interessen. Es gipfelte darin, dass er mir das Angebot machte, mich incl. Sprit-Kanister zur nächsten Tanke zu fahren. Damit wären wir Kraftstoff-Technisch wieder am obersten Level.

Heute gegen 12 würde uns die Schleusenkammer bereitgestellt und wir erreichten in kurzer Zeit den Stadthafen Oldenburg. Hafenmeister, oder besser Meisterin (Inge) ist noch nicht da, haben uns aber schon Mal eingeschrieben und werden 2 bis 3 Übernachtungen einplanen.

Abends: Cocktail (oder mehr) im "Strohhalm"
..... Ach ja, und das Ladekabel vom MediaMarkt

10.07.2022
Auch wenn das schöne Wetter sich noch vornehm zurück hält, bleiben wir zumindest bis Montag hier.
Gestern habe ich noch mein Universal Ladekabel bei Saturn bekommen, obwohl mir der Verkäufer versichert hat, dass sie so etwas nicht im Sortiment haben (ich sag da mal nichts zu).
Heute Abend lecker essen beim Vietnamesen und noch Mal am "Zombie" naschen

Okay, Stefan Henslers Nobeltempel hatten wir uns nur von aussen angeschaut.


Montag 11.07.2022
Wir haben uns umentschieden. Heute bleiben wir noch in Oldenburg. Schließlich haben wir die Cocktailkarte im "Strohhalm" noch nicht durchprobiert.

Echt lecker, besonders zur Happy Hour

Auch sonst haben wir uns noch einen Klüngeltag im Hafen verdient.
Morgen ist das Hochwasser für 8:00 Uhr angesagt und da können wir nach dem Frühstück gegen 10 in aller Ruhe ablegen (mal schaun, was uns der Kneipenabend noch bringt).

Allerdings haben wir schon heute beim Frühstück (einstimmig) entschieden, unsere Elbetour hier abzubrechen. Statt dessen gehts über den Küstenkanal wieder zurück zur Ems und dann via Rüthenbrock Kanal nach den Niederlanden. Neben der weiten Strecke zur Eider bzw. auch nach Hamburg hat bei unseren Überlegungen das Nadelöhr "Otterndorfer Schleuse" auch eine Rolle gespielt. Die neugebaute Schleuse ist zwar genau heute in Betrieb gegangen, aber es wäre nicht dass erste Mal, dass mit neuer Technik Kinderkrankheiten folgen.
Muss nicht, kann aber!
Ein Ausfall besonders bei der Rückreise hätte fatale Folgen für uns. Ausweichrouten, über die Nordsee zumindest bis Bremerhaven (denke ich nicht mal theoretisch drüber nach. Alternativ käme noch die Strecke über Geesthacht, Lüneburg, Braunschweig, Minden, Lingen. Zeitmehraufwand, min. eine Woche, bzw. 250 km.
Von den Dieselkosten mal ganz zu schweigen.

(3650 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
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12.07.2022273/
37
KK Hafenkade km 32
L: 7°46'30", B: 53°01'44" | google-maps
354.70

Ist doch immer das gleiche. Harry und sein Tidenkalender. Hochwasser war heute für 8 Uhr veranschlagt. Weiß der Kuckuck, wo ich das gelesen habe. Jedenfalls war um 10 Uhr das Wasser komplett weg. Ein halber Meter im Hafen ist eindeutig zu wenig. Also noch eine gute Stunde warten. Alles andere - wie eingeplant. Sogar das Personal der Schleuse Oldenburg in gewohnter Manier. Unfreundlich, herablassend arrogant und mit der üblichen (unnötigen) Stunde Wartezeit. Zu meiner Berufszeit wäre das undenkbar gewesen. Hier wird die Sturheit wohl über die Generationen weiter gegeben. Unser Ziel, der Altarm bei Fresenburg, durch diese Trödellei nicht mehr in Reichweite. Kann uns aber nicht schocken. Wir liegen ruhig und sicher an der Kade eines Torfumschlaghafens und genießen den herrlichen Abend.


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Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
13.07.2022317/
43
DEK Schleuse Düthe oben446.124

Geschafft! Der Küstenkanal liegt hinter uns. In Surwolde hatten wir noch ein kurzer Zwischenstopp zum Einkaufen (Netto in ca.700m) eingelegt. Auf dem Rückweg ein Blick auf die Tankstelle ganz in der Nähe des Hafens. 1,88 Euro/l, schnell den leeren Kanister von Bord geholt und schwupp, in 3 Min. an der Tanke. Leider zu spät, 1,93. Diese Verbrecher.

Im nachhinein noch eine Unterhaltung mit dem Hafenmeister geführt. Der jammert, das die Gastlieger immer weniger werden. Kunststück, die Hafenbetreiber haben allerorts kräftig an den Preisschrauben gedreht, Sprit und alles andere wird auch immer teurer, also bleibt man daheim oder weicht auf kostenfreie Anleger zurück. Wir waren auch nicht bereit, die Vereinskasse aufzubessern und haben unsere Liegestelle im Oberwasser der Schleuse Düthe gefunden.


Den dicken Pott mussten wir noch vorbei lassen.

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
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14.07.2022330/
46
Ruthenbrockkanal Haren Anleger
L: 7°14'05", B: 52°47'25" | google-maps
13.72.70

Der Liegeplatz war total ruhig. Die letzte Schleusung um 22 Uhr. Dazu, wie hier oben allgemein üblich, null Internet Connect, nicht Mal 3G. Wird sich schlagmals ändern, wenn wir über die Grenze sind. Allerdings werden wir heute in Haren bleiben. Morgen früh noch Mal frische Brötchen, bevor es im Gastland Niederlande nur noch "Withe Bolle" (brötchenartige weicher Teigklumpen, vermutlich aus Weizenmehl aufgeblasen) gibt.
Abends werden wir in der Stadt beim Türken essen (Sparmaßnahme, Gas zum Kochen ist ja auch teuer geworden)

Das Wetter, wie angekündigt, merklich kühler, aber trocken, also lange Büx an.

(646 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
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15.07.2022349/
49
Hoofdkanaal Emmer Compassum
L: 7°03'10", B: 52°48'52" | google-maps
18.53.10

Mit frischen Körnerbrötchen von Aldi, dazu ein Fläschchen Sekt, fängt der Tag immer gut an. Obwohl das Wetter ein Mix aus Sonne und Wolken anbietet. Gegen 11 Uhr legen wir nach Absprache mit der Schleusen/Brücken Leitzentrale ab, mit dem Hinweis, dass um 13 Uhr Mittagspause ist. Wir sollen uns aber keine Sorgen machen, die 6 Brücken und 2 Schleusen macht er uns auch mit dem Butterbrot in der Hand auf. Ich denke da gleich an seinen Berufskollegen in Oldenburg und frage mich dabei, ob der Bollerkopp dort nun ein zufriedeneres Leben führt.
Jedenfalls kamen wir gut durch


und haben gegen 13.30 Uhr die Grenze zum niederl. Drente überschritten. Ab hier beginnt ohnehin ein neues Zeitalter. Holländer werden seit hunderte von Jahren praktisch auf dem Boot geboren. Sie kennen die Sorgen und Nöte der Skipper genau.

Von Ter Apel geht's über den Hoofdkanaal noch ein paar km gen Süden. Bei der Ortschaft Emmer Compasscuum liegen wir an der Kade und ich schaue den Meisjes mit ihren wehenden Röckchen auf dem Fiets hinterher. Mein Maat sagt nix dazu.



(1877 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
17.07.2022349/
3926
Veenparkkanaal03877.12.9

Zwei Nächte in Emmer Compascuum sind genug. Allerdings haben wir die kundenfreundlichen Ladeschließzeiten der Niederländer genutzt, der Discounter Lidl hat Sonntags geöffnet und liegt in Sichtweite. Darum schnell noch mal frische Brötchen und für Nachmittags zwei von den superleckeren Appelflaps (sind die besten Apfeltaschen,die ich kenne) besorgt. Dem Lidl Werbeslogan "Lidl lohnt sich!" stimme ich ausdrücklich aber einmalig zu. Durch meine Shoppingtour und dem Kaiserfrühstück bei Kaiserwetter sind wir mit unserem Routenplan allerdings in Brückendiensts Mittagspause gerutscht. Bei den paar km aber kein Problem. Das Personal kennen wir von vielen Passagen der Veenvaart persönlich und die kennen uns. So haben wir uns die eine Std. Wartezeit in der Schleusenkammer liegend mit einem ausgiebigen Klönsnack über Corona, Putin, Ölkonzerne und andere unangenehme Zeitzeugen der Geschichte vertrieben. Die Regierungen aus Holland und Deutschland kamen auch nicht gut bei weg.

Richtig positiv (wann ist das bei unseren Törns eigentlich nicht), unser Traumliegeplatz direkt beim Geo-Park "Der Hondsruck" war auch frei obwohl bei Skipper heiß begehrt. Wenn das Wetter mitspielt, wonach es aussieht, bleiben wir die Woche hier.


18.07.2022
Die Hitze hat uns im Griff. Zum Glück kommt der Wind seitlich von der Wasserseite, dazu spendet der Sonnenschirme Schatten. Das Thermometer zeigt trotzdem 40°C Außentemperatur an. Unter Deck sind's 39°C. Morgens Frühstück, ansonsten nur trinken, zwischendurch ein Eis und Abends einen Yoghurt. Allerdings ist das Wasser recht psauber, so daß wir uns dort immer wieder Mal abkühlen können.



19.07.2022
Die Hitze wabbert schon morgens um 11 auf dem Oberdeck, wie flüssiges Plastik. Das Eisfach unseres Kühlschrank spuckt die letzten beiden Langnese Magnum aus. Wir verlegen uns nun verstärkt auf die Produktion von Eiswürfel. Wer mag schon gerne Vodka-Lemon auf Badewassertemperatur. Unsere Aktivitäten beschränken sich auf sitzen im Schatten, gelegentlich ein Eimer Wasser über den Kopf. Selbst der Abstieg über die Badeleiter - zu anstrengend.
Heute Abend brauchen wir dringend After Sun auf die gerötete Haut.

21.07.2022
Nachdem das angekündikte Donnerwetter gestern ausgeblieben war, der auffrischende Wind hat die Hitze allerdings halbwegs erträglich gemacht, hat es letzte Nacht kräftig geregnet. Entsprechend hat sich die Luft ordentlich abgekühlt auf angenehme Temperaturen. Die Sonne blickt immer wieder hinter den Wolken hervor, also bestes Wetter.
Ich werde die Gunst der Stunde nutzen und mir gleich von meinem Schatzi die Haare, incl. Bart schneiden lassen. Macht man mit Schafen doch auch so. ;-)).
Möglicherweise fahren wir später noch ein Stück weiter.

(4340 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
22.07.2022357/
52
Korrektur nach Datenabgleich8.2-3874-2.9
22.07.2022364/
54
Veenkanaal Sparsluis Nieuw Doordrecht
L: 6°56'52", B: 52°44'27" | google-maps
72.10

11.00 Uhr haben wir abgelegt,
11.45 Uhr waren wir an der Koppelsluis.



Sie liegt mitten im eiszeitlichen Geo-Park "De Hondsruck", eine Gletschertrasse aus dem Zeitalter etwa 1000 vor Christi. Extreme Wetterkapriolen mit Dauerstürmen und Eiseskälte haben Schnee und Eis aus Skandinavien bis nach Mitteleuropa gedrückt und ihre Kerben für immer in die Landschaft gegraben.
Ob auch damals schon der Mensch für die klimatischen Auswüchse verantwortlich war, keine Ahnung. Fakt ist jedenfalls, alles hat sich im Laufe der Jahre selbst repariert und die Niederländer pflegen ihren Geo Park als ihr Kleinod.

Wir sind noch bis zu Sparschleuse weitergefahren und bleiben eine Nacht hier.
1.) Weil es hier so schön ist
2.) Weil es hier förmlich nach Aal und Zander riecht


Mit dem Rad wollen wir gleich noch nach Klazienveen. Wir brauchen frisches Brot.

(1986 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
24.07.2022374/
57
Verlaangete Hoogeveense Vaart - bei Nieuw Amsterdam
L: 6°52'15", B: 52°42'52" | google-maps
9.52.90

Da sind es doch wieder 2 Übernachtungen geworden. Der Platz war einfach zu schön (auch wenn angeltechnisch einige Defizite zu verzeichnen waren). Dafür hatte mein Maat Zeit und Muße, die Bolognese Sauce fertig zu machen, die sie mir schon seit Tagen angekündigt hat. Mit dem passenden Rotwein dazu freue ich mich schon aufs Abendessen wie Bolle.

Heute Früh wehte ein frischer Wind, der uns dazu bewogen hat, endlich den noch fehlenden gelben Zierstreifen am Rumpf anzubringen. Um 13.00 Uhr waren wir damit fertig und bereit zum Ablegen. Der sehr nette Schleusenwärter hatte schon alles vorbereitet und die Kammertore waren offen. Die folgenden 2,5 km mussten wir uns den Weg durch einen dichten Teppich von Wasserlinsen bannen. Hinter der Schleuse Klazienveen war das Kühlsystem, besser - der Kühlwasserfilter, dicht. Ich hab's geahnt. Also anlegen, Motor aus, Filter säubern (15 Min.).
Nicht besonders lustig, der Wasserlinsen Teppich auf dem Wasser
Wer nicht auf das Kühlsystem des Motors achtet, riskiert folgenschwere Schäden an der Wasserpumpe oder am Motor


Die folgenden 4 Bedienbrücken und Schleuse in Erika klappten dann perfekt.



1000 m hinter dem Steltjekanaal kurz vor Nieuw Amsterdam finden wir einen schönen Übernachtungsplatz incl. kostenlosen Landstrom Anschluss. Ein wenig Schatten, leichte Brise von der Seite - perfekt.

(2537 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
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den
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stoff
25.07.2022374/
57
Verlaangete Hoogeveense Vaart - Nieuw Amsterdam Passantenkade
L: 6°51'40", B: 52°42'56" | google-maps
0.70.50

In Nieuw Amsterdam wollen wir noch Kleinigkeiten einkaufen. Interessanterweise ist die Ortschaft nur ein etwas größeres Dorf mit etwa 6000 Einwohner (gehört zur Gemeinde Emmen). Nicht geklärt ist die Frage, ob nun die Weltstadt New York (bis 1664 hieß sie noch Nieuw Amsterdam) Namensgeber dieses Dorfes gewesen ist oder umgekehrt. Wie auch immer ist es bemerkenswert, daß hier im Umkreis von 500m vier große Discounter (Lidl, Aldi, Albert Hijn, Coop) plaziert sind.

Nach dem Einkauf sitzen wir hier nun auf dem Oberdeck und genießen unser Magnum Eis bei "noch" schönen Sommerwetter. Die Liegeplätze an der Kade sind nach dem offensichtlichen Versuch, hier Liegegeld zu kassieren, wieder kostenfrei. Der ganze Komfort drum herum hat uns bewogen, bis morgen hier zu bleiben. Im Grunde genommen haben wir uns auch ein wenig mit dem Nachbarlieger verquatscht, der mit einem uraltem, zum kompfortablen Wohnschiff umgebauten Frachtschiff (28m lang, 4,20 breit) unterwegs ist. Das mein alter Traum dieser maritimen Wohnidee wieder Fahrt aufgenommen hat, kann man so oder so sehen. Jedenfalls blutet mir mal wieder das Herz.

Reisetechnisch haben wir es heute geschafft, uns an einem Tage ganze 700 m fortzubewegen.

(1252 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
26.07.2022403/
63
Verlaangete Hoogeveense Vaart - Noorderscheschut Sluis unterhalb
L: 6°32'03", B: 52°43'36" | google-maps
28.85.50

Um 11 Uhr läuft wieder der Motor. Leinen los und ab geht die Post. Sofort zwei Brücken und eine Eisenbahnbrücke. Alles reibungslos. Danach war auch schon Mittagspause. Ein Stündchen Pause hatten wir eingeplant. Pünktlich um 13.00 Uhr kam die hübsche Brückenwärterin auf ihrem Fahrrad angeradelt.
Die Maus sah von hinten schon gut aus

Brücke auf, lächeln und winke winke, tot Zins bis zur nächsten Brücke. Ich liebe Holland.😍
Auf diesem Kanal ist das Bedienpersonal jeweils für 2 oder 3 Brücken zuständig. Begleitung per Fiets. Der Skipper ist gezwungen, langsam zu fahren.


Unser Tagesziel, die Schleuse in Noorderscheschut haben wir wie vorausberechnet um 16.30 Uhr erreicht. Wie erwartet, drängeln sich an den Passanten Anleger mit Landstrom Anschluss die Boote. Im Unterwasser bei den viel schöneren Liegeplätzen waren wir ganz alleine.
Warum?
Hier gibt es zwar ordentliche Festmacher und einen gepflegten Streifen Wiese, aber eben keinen Landanschluss. Damals meine beste Idee ever, unser Boot autark zu machen.

Ebenfalls richtig gerechnet, hier kostet das Duschen 50 ct. statt 3 Euro in Nieuw Amsterdam.

(1961 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
27.07.2022419/
66
Hoogeveense Vaart - Ossesluis unterhalb
L: 6°18'57", B: 52°40'27" | google-maps
16.12.90

Heute haben wir keine konkreten Ziele im Visier. Irgendwo, Hoogeveense Vaart oder Bereich Giethoorn-Zwartsluis-Meppel, ein schöner Platz und wir bleiben. Allerdings, es ist gerade Mal 14.00 Uhr und die offiziellen Liegeplätze sind bereits überfüllt. Die Leute fahren nicht mehr, sondern töten ihre Urlaubszeit durch "Dauercamping". Okay, muss jeder selbst wissen.
In Hoogeveen am stadtnahem Anleger sehen wir mein persönliches Traumschiff "Meevrou Christina" aus Bremen-Vegesack samt der Crew, die wir vorgestern in Nieuw Amsterdam kennengelernt haben.

Uns reichen diesmal 2 Holzdalben, die 20 cm über der Wasserlinie mit einem Balken verschraubt sind. Landzugang, etwas schwierig, brauchen wir aber auch nicht.



28.07.2022
Heute beim Frühstück haben wir unseren Plan für den restlichen Urlaub durchgesprochen. Wir werden heute die ca. 20 km bis nach Zwartsluis fahren und mal schauen, ob wir in dem See bei der Arenbergergracht einen Liegeplatz bei dem kleinen ortsansässigen Watersportclub bekommen, für vielleicht 2 Übernachtungen. In den letzten Jahren waren wir dort immer geduldet. Soll heißen, die haben keine Passantenliegeplätze, machen uns aber immer einen kleinen Platz am Rand des Hafens frei. Man kennt sich halt.
Danach soll es noch für 2-3 Tage in den Nationalpark "Werribben-Wieden" gehen. Ob auch noch Giethoorn dazu kommt, entscheiden wir, wenns soweit ist.
Das weithin bekannte Fest "Lampionvaart in Belt-Schuutsloot vom 12.-14.08. werden wir nicht besuchen. Ist zwar sehr schön, aber auch sehr viel Rummel, denn in und um den 150 Seelenort werden sich erfahrungsgemäß ca. 100.000 Menschen tummeln.
Danach drehen wir bei in Richtung Meppel - Assen - Groningen und von dort zum Dollard, weiter zum Heimathafen in Emden. Alles in allem vielleich 12-14 Tage, je nach Lust und Laune.

(2273 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
28.07.2022442/
69
Zwartsluis - Der Pieperkolk
L: 6°03'59", B: 52°38'36" | google-maps
22.93.20

Blick vom Zwarte Water auf Zwartsluis

Blick auf die Schleuse zur Arenbergergracht

Feine Wohnkultur im Pieperkolk, okay, man könnte auch weniger dekadent wohnen

Bei herrlichem Wetter haben wir den kleinen "De Pieperkolk" erreicht. Ein herrlicher kleiner See, etwas abseits der Arenberger Gracht gelegen. Diesen Kolk kennen nur Insider. Der kleine Hafen am westl. Dorfende gelegen, also Ostufer, wird von der Vereinigung Zwartsluiser Bootjefahrer betreut. Das westl. Ufer ist mit wunderschönen Villen mit Wassergrundstücken bebaut. Ein herrlicher Ausblick, ganz besonders beim Sonnenuntergang.

Zufällig war einer der Bootseigner bei seinem Boot. Fragen ist also das mindeste.
Folgender Dialog entstand:
📎 Kunne we voor twee tot drie Nachten anbij afmeren?
📎 Okay dit ist mogelijk, kostet maar 1000 Euro per Nacht.
📎 Dat is niet duur, nehmen jullie misschien ok een Biertje?
📎 Ooh dat zien ok lekker.

Schnell hatten wir angelegt und 2 Dosen Bier aus dem Kühlschrank geholt. 5 Minuten später saß ich bei ihm an Bord um die Deutsch - Niederländische Freundschaft mit Leben zu füllen.



28.-30.07.2022
Heute Nachmittag waren wir mit unser Beiboot im Nationalpark "De Werribben-Wieden". Die Werribben sind nur ein kleiner Teil eines ca. 50 km² großen Naturparks. Die nur bedingt trockengelegte Sumpflandschaft ist von hunderte Gräben durchzogen, die zur Entwässerung, vielmehr aber zum Abtransport der Ernte dienen. Sumpf ist vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck. Der Grund ist mit Vorsicht durchaus zu begehen. Es fühlt sich an, als ob man auf einer riesigen schwimmenden Grassode steht. Und genau so ist es auch. Eine meterdicke Pflanzenschicht, darunter Wasser.
Die Gegend zählt zu den großen Riedflächen der Niederlande. Da wundert es nicht, dass die meisten Häuser hier mit Riedm(Reed)gedeckt sind. Die Bootsfahrt durch die Landschaft erinnert mich jedenfalls immer an die Everglades in Amerika. Es fehlen bestenfalls Krokodile und Riesenschlangen.
Ansonsten, Natur pur, sowohl Fauna wie Flora.


31.07.2022
Der Juli verabschiedet sich mit einem Tag zum vergessen. Den ganzen Tag Regen, ließ sich nur mit Sangria schön saufen. Müssen Morgen neuen ordern.
Dafür habe ich morgens einen wirklich guten Zander gefangen.

Wie auch immer, morgen geht es weiter.



(4315 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
01.08.2022452/
71
Beulaker Meer - Südseite
L: 6°05'30", B: 52°41'34" | google-maps
9.81.872

Nachts schlecht geschlafen, Morgens kaum aus dem Bett gekommen. Hat's am Sangria gelegen? Wie auch immer, beste Voraussetzung für eine kurzeTagesetappe.

Zander filetieren, die "Kleine Lady" in die Davids hängen, Fahrräder verstauen, da geht Zeit drauf. Muss aber auch zugeben, dass wir die unerwartet zurückgekehrte Sonne huldigen mussten. Haben noch 2 Std. im Liegestuhl abgehangen.
Um 3 haben wir angelegt, die Arenberger Gracht gen Norden zum Beulaker Meer. Die Touristen sagen zu dem großen Seengebiet auch Blauwe Hand. Warum, weiß ich nicht.
Unterwegs haben wir zwei Klappbrücken die aber immer professionelle, schnell bedient werden.



Die Gegend hier, so ziemlich das schönste was die Niederländer zu bieten haben. Dazu kommt, daß kaum Boote unterwegs sind. Ich nutze Mal wieder mein Insiderwissen und steuer ein verstecktes Liegeplätzchen an, wo außer uns nur ein Boot liegt. Nacht s darf nur kein Wind aus Nord oder Nordwest auffrischen, denn dann wirds ein wenig ruppig. Wie auch immer werden wir in den sauberen Wasser gleich noch schwimmen gehen.


02.08.2022
Das Wetter ist herrlich, das Wasser läd auch heute zum schwimmen ein. Dazu Nachts einen dicken Aal und heute Morgen einen guten Hecht gefangen. Müssen wir da weiter fahren? Mein Maat sagt "Nööö". Ich füge mich dem Schicksal.

Mein Husarenstück aber, nach fast 25 Ehejahre konnte ich die beste Ehefrau von allen endlich davon überzeugen, wie wichtig es ist, Angelhaken an die Schnur zu binden. Nach einigen Versuchen klappt es schon ganz gut. Wenn es um Emanzipation geht, bin ich immer Kompromiss fähig. 😇
Dafür mache ich gleich den Grill an.🔥🥩🥖🧄



P.S. Habe unterwegs einen Haufen Fotos geschossen, werde aber darauf verzichten, die kurzfristig hochzuladen
1. Sind die Bordstrom Akkus gestern ziemlich in die Knie gegangen (ein Tag Null Sonne mag die PV-Anlage nicht, dazu hatte die LiMa einige Tage Pause).
2. Mein Surfvolumen nähert sich dem Ende. Frische GBits gibt's erst in 4 Tage.

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Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
03.08.2022463/
73
Drentsche Hoofdvaart - Meppel Kade
L: 6°11'09", B: 52°42'13" | google-maps
10.91.90

Der gestrigen Abend hat sich mit einem tollen Sonnenuntergang verabschiedet. Heute Morgen der Sonnenaufgang konnte das aber noch toppen. Es muss schon einiges passieren, bevor der Capitano um 6 Uhr aufsteht. Heute hat es sich aber gelohnt.
Die Sonne hat dann tagsüber das gehalten,was sie morgens angekündigt hat. Eine Gluthitze. An Weiterfahren war da nicht dran zu denken. Warum auch. Allerdings hatten nicht nur wir diese gute Idee. Bis Mittags war es auf dem Wasser gerappelt voll. Auch in unserer verschwiegenen Bucht und an dem einsamen Steg. 30 cm vor unserer Bugspitze hat sich noch ein kleines Bootje zwischengequetscht, incl. 3 kleinen Kindern. Vorbei mit der Ruhe, ade Naturerlebnis. Das Mutti dann direkt vor unseren Augen auch noch Oben ohne rumturnen musste, konnte die Stimmung auch nicht entscheidend verbessern.

So haben wir uns um 18 Uhr auf den Weg nach Meppel gemacht. Beulaker Sluis gerade noch vor Feierabend (19 h) durchgerutscht und die Kaapbrug und Galgenhefbrug in Meppel auch noch geschafft (Öffnungszeit bis 20 h).
Spätes Abendessen: Frikandel Speziaal und Patat m. Majo aus der Friture gleich um die Ecke.

Morgen früh gibt's frische Brötchen. Aldi gleich um die Ecke, ca. 500 m vom Boot. Bier ist auch alle.

(1292 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
04.08.2022464/
74
Drentsche Hoofdvaart - Paradijssluis
L: 6°11'27", B: 52°42'57" | google-maps
1.40.90

Eine eklige Nacht liegt hinter uns. In der Koje min. 28°C. Habe dran gedacht, das Nachtlager nach draußen auf dem Deck zu verlegen. Entsprecend spät haben wir gefrühstückt. Zumal Harry ja auch noch frische Brötchen versprochen hat. Beim Frühstück klang Musik aus dem nahegelegenen Ortszentrum von Meppel herüber.

Stimmt Donnerstag ist Meppeltag. Schon seit vielen Jahren findet im Sommer jeden Donnerstag eine Kulturveranstaltungen statt, mit großem Markt, Auktionen für Kids und Livemusik auf mehreren Bühnen. Dazu ein Tagesmotto, heute "Streetfoot".
Jetzt sind wir einmal hier, dann gehen wir auch hin.



Das Fest war ganz ansprechend, die Preise allerdings nicht. Bier, 0,2 er Pappbecher, stolze 3 Euro. Wir haben uns trotzdem für 10 Euro zwei Lekkerbekjes (Backfisch) erlaubt. Der gerade Mal wieder funktionierenden Deutsch-Niederländischen Freundschaft war es zu verdanken, daß ich dem Cheffe die Dinger nicht an den Kopf geknallt habe. Todfritiert (also trocken), schlecht gewürzt und, um in der Anglersprache zu bleiben, für einen Kabeljau untermaßig.

Mit genügend Frust ging's zurück zum Boot. 5 Min. später lief der Motor, weg vom Ort des Grauens. Nach knapp einem Km die Paradijssluis (die heißt wirklich so), die aber bereits ab 17 Uhr dicht war. Mein Maat sagte zwar, eigentlich würde uns auch ein kleines Gummiboot mit Paddel reichen, bei der Kilometerleistung (900 m).
Weitere Problem gab es aber nicht, denn der Liegeplatz direkt vor der Schleuse bezeichne ich Mal als sehr angenehm und ruhig. Das Wasser, sauber genug für ein Bad. Halt eben ein Paradies




(3781 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
05.08.2022487/
78
Drentsche Hoofdvaart - Geeuwensluis oberhalb
L: 6°21'44", B: 52°52'07" | google-maps
22.54.525.5

Der gestrige Abend war noch richtig schön. Die Temperaturen erträglich, die Mücken waren wohl alle auf dem Fest in Meppel. Das hat wohl auch noch einen guten Aal bewogen, sich den Köderfisch an meiner Angel einzuverleiben.
Nebenbei diese Ruhe hier
und ein herrlicher Ausblick auf die gegenüber liegende alte denkmalgeschützte Ziegelei mit angegliedertem Restaurant.

Trotzdem wollten wir heute frühzeitig weiter. Um 9.30 Uhr war die Schleusenkammer klar. Leider eine Schleusung gemeinsam mit einem anderen recht großem Boot. Da würde es recht eng und zwangsweise hatten wir die dann auch die folgenden 5 Schleusen an der Backe. Nervig besonders der Zeitverlust, denn die Crew des alten Schleppers schien mir in der Kammer ein wenig überfordert. Das 35 km entfernte Assen, Provinzhauptstadt von Drenthe konnten wir damit knicken.

Ach wir haben doch Urlaub und Zeitdruck ist des Skippers Tod.
... und liegen tun wir hier auch nicht schlecht.


(1711 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
07.08.2022510/
82
Drentsche Hoofdvaart - Assen
L: 6°31'54", B: 53°00'04" | google-maps
23.63.50

Beinahe 4 Stunden für ca. 20 km. Das umschreibt ziemlich gut, wie man die Drentsche Hoofdvaart als Skipper angehen muss. Viel Geduld und Nerven wie Stahlseile. Eine Schleuse in diesem Teilabschnitt und ca. 20 Brücken fordern ihren Tribut. Schleuse, 15 Min. Wartezeit, obwohl Kammer bereit und Einfahrt sofort möglich. Jede Brücke ca. 5 Min. Das Personal ist nicht Herzinfarkt gefährdet. Die Strecke selbst, meist schnurgeradeaus, aber trotz dem sehr schön. Die Ortschaften Hoogersmilde, Smilde und Bovensmilde haben ihre Bebauung fast ausschließlich längs des Kanalufers konzentriert.

Ab der letzten Schleuse dieser Etappe haben wir auch die Wasserscheide erreicht. Bis hierhin ging es immer bergauf. Von Assen bis Groningen geht's wieder abwärts.

Beim Wetter ist es umgekehrt. Die Temperaturen sind die letzten Tage immer weiter gesunken, so dass Abends schon eine wärmende Jacke nötig war. Ab heute klettert das Thermometer wieder beständig gen 30°C.

(1000 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff
07.08.2022527/
85
Drentsche Hoofdvaart - Sluis De Punt
L: 6°36'14", B: 53°07'00" | google-maps
173.20

Ab Assen geht es geografisch wieder nach unten. Frei nach Hildegard Knef, "Von nun an geht's bergab" An unserer bescheidenen Reisegeschwindigkeit ändert das Gefälle auch nichts. Hinter der Schleuse in Assen (15 Min. Wartezeit) haben wir kurz den Passanten Hafen "Masdijk" angelaufen. Duschen wäre ganz gut. Leider hat die Gemeinde Assen die aber wohl weg rationalisiert. Baden im Kanal ist auch nicht angebracht, bei dem Dreck, der im Wasser herumschwimmt.🤔😏
Da müssen wohl schon einige vor uns drin gebadet haben.
Das versprochene Wetter, bzw. die Temperaturen waren den Tag über auch eine Mogelpackung. In der Sonne knallheiß, bei aufkommenden Wind recht kühl. Für mich nichts zu klagen, aber für Renate der pure Stress. Jeder Grad Temperaturveränderung wird von ihr gewohnheitsgemäß mit dem An-oder Ausziehen irgendeines Kleidungsstücks ausgeglichen. Da war heute auf dem Deck einiges an Bewegung.

(939 Zeichen)
Datum km/
h
Ort Entf.
km
Stun
den
Treib
stoff

sichtbar:

(Ø: 6.2 km/h, 3.7 kg/h, 0.6 kg/km)


527.3

84.7

313.5

über alles:

(Ø: -1.6 km/h, -0.5 kg/h, 0.3 kg/km)


6188.7

-3841

1758


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